Kapitel 10: Die Ho-Zen

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Kapitel 10: Die Ho-Zen

Beitrag von Arashi Eispfote am Mo Okt 09, 2017 7:45 am

Kapitel 10: "Die Ho-Zen"

von Arashi Eispfote

“In welches Dorf? Ich nehme an, jenes im Nordwesten des Jadewalds.”, neigt überlegend en Kopf, “Wie hieß es noch gleich.. Flutschkiesel..? Nein Flotschhügel.”, ich nickte bestätigend.
Ich schaute zu Lao und seinen Weggefährten und dann wieder zu Rekdan und Hiyuu: “Ich wäre dafür, dass wir aufbrechen. Lao scheint heute nicht sonderlich gesprächig zu sein…”, ich schaute etwas missmutig zu ihm hinüber und seufzte.

“Fliegen wir wieder und gehen wir zu Fuß?”

“Wir werden bis zum Aboretum mit den Wolkenschlangen reisen und dann zu Fuß weiter gehen.”, ich nickte Rekdan zu und wendete mich dann zum Lehrensucher und verneigte mich ehrfürchtig.

“Wir werden uns nun verabschieden ehrwürdiger Lehrensucher! Die Gruppe von Meister Windpfote wird offensichtlich zu den Jinyuu reisen, wir werden die Ho-Zen aufsuchen.”

“Habt vielen Dank Lehrensucher.”, Hiyuu und ich verbeugten uns und wendeten uns um.

“Aka'magosh, Pandare. Und lasst euch nicht wieder entführen.”, meinte Rekdan trocken, allerdings hätte ich schwören können, dass da ein Grinsen über seine sonst so ernsten Züge huschte.

“Meister Windpfote? Habt Ihr noch Fragen?”, ich wollte sicher gehen, dass er nun wirklich wusste, was auf ihn zukommen würde.

“Ja, Meisterin?”

Hiyuu übersetzte derweil erneut das Gespräch von Meister Windpfote und mir.

Ich hob eine Augenbraue und hakte noch einmal nach: “Wisst Ihr was Ihr zu tun habt?”

Er schüttelte den Kopf: “Nun, nein... Aber unterweist mich. “

Ich unterdrückte mühsam ein entnervtes Seufzen und sagte auf orcisch: “Hiyuu? Sorgt ihr mit Rekdan dafür, dass die Wolkenschlangen für uns bereit sind?”

“Natürlich, Meisterin.”

Ich wendete mich zurück zu Lao: “Nun der Lehrensucher hat uns die Information gegeben, dass die Leute nicht die einzigen sind, die unterwegs sind um eben solche Schriftrollen zu bekommen…”, er nickte und ich fuhr fort.

“Es gibt noch weitere, die die Jinyuu und die Ho-Zen aufsuchen. Wir,... “, deutet auf sich und ihre Gruppe, “... werden zu den Ho-Zen gehen. Ihr hingegen… “, deutet auf Lao und die anderen, “... geht zu den Jinyuu und seht zu ob ihr ihnen helfen könnt.” ,ich nickte abschließend.

“Gut Arashi, dann machen wir das so. Und wir finden wir zusammen wenn etwas passieren sollte?”

“Nun, wir sollten uns wenn alles geklärt ist wieder im Donnerpfotenrefugium treffen. Was meint Ihr?”

“Guter Plan. “, er nickte, “Dann möge der weiße Tiger mit Euch sein.”

Ich verbeugte mich vor Lao.
“Möge Huo euch leiten.”

Ich ging zu den anderen zurück und schaute zu den Wolkenschlangen, die gesattelt und aufbruchbereit da standen.

“Sehr gut.”, ich schaute zufrieden zu Hiyuu und ging auf eine der Wolkenschlangen zu, um sie unter ihrem Kinn vorsichtig zu kraulen: “Diese Wolkenschlangen werden uns nun direkt zum Aboretum zurückbringen. Danach werden wir wohl zu Fuß weiter müssen.”

“Aye. “, Rekdan dreht sich zu einer der Schlangenwesen, streichelt diese einmal und sitzt dann auf. Hiyuu tut es ihm gleich und auch Jerodar und ich folgen seinem Beispiel.

Wir kamen am Aboretum an, ich ließ mich leichtfüßig von meiner Wolkenschlange herabgleiten, die sogleich mit einem zufriedenen Schnauben davonflog. Als Jerodar hinter mir landete sagte diese seltsame Stimme, die ihn immer begleitete: “Schade, er ist wieder nicht abgestürzt!“

“Wer soll abstürzen?”, ich runzelte die Stirn.

Stimme: “Na der Trottel hier!”, kicherte die Stimme. Jerodar selbst fand das wohl nicht so amüsant, er erwiderte in einem säuerlichen Unterton, der allerdings wegen seinem starken Lispeln nicht besonders ernst genommen werden konnte: “Wenn du fo weiter machft...dann, dann…”, doch die Stimme Schnitt ihm beinahe sofort das Wort ab: “Ja ja ja das hast du schon so oft gesagt.“

Ich seufzte. “Ihr beide könnt nicht mit aber auch nicht ohne einander, was?”

Die Stimme antwortete für sie beide: “So ungefähr”, Jerodar nickte nur.

Ich wusste nicht so recht, was ich von diesem seltsamen Weggefährten halten sollte, winkte allerdings erst einmal ab und murmelte: “Nun gut, irgendwann werd ich dieser Stimme mal auf den Grund gehen müssen…”, etwas lauter merkte ich an: “Gut. Gehen wir.”

Und wir gingen. Wir ließen das Aboretum zurück, gingen unter den vielen Kirschbäumen vorbei, aus den Augenwinkeln konnte ich erkennen wie Jerodar sich etwas unbeholfen einige Blüten, die sanft von den Bäumen auf ihn herab gerieselt waren, von seiner Kleidung schnippste.

Ich hing derweil meinen ganz eigenen Gedanken nach. Ich versuchte mir einen Reim auf das Geschehen zu machen. Wie passte das alles zusammen? Und was hatten die Ho-Zen und die Jinyuu damit zu tun? Was war das für eine Insel? Und was war das vor allem für ein seltsamer Nebel?

“Ich frage mich gerade…”

Rekdan schaute zu mir nach vorn: “Hmm?”

“Wenn diese Fremden nun wirklich die Ho´zen UND die Jinyuu aufsuchen.. die nun überhaupt nichts mit den Nebel um Pandaria zu tun hatten... Dann müssen sie schon sehr verzweifelt sein, oder?”

Ich hörte, wie Jerodar eine Melodie vor sich hersummte. Eine fröhliche, beschwingt Melodie, die fast wie eines der Wanderslieder klang, die mir Vater früher vorgesungen hatte, wenn er mit seinem Freund, Opa Han zusammen saß.

Auf meine Frage antwortete Rekdan: “Es sind Goblins. Die sind gewiefter als man denkt. Es gibt so viele von denen. Einige haben sich der Horde angeschlossen, andere sind neutral und ungebunden. Piraten, Handel, Soldaten, Techniker. Die sind überall vertreten und würden JEDE Chance nutzen, um an Reichtum zu gelangen.”

Ich schüttelte den Kopf: “Ich verstehe es dennoch nicht… Reichtum kann doch nicht an erster Stelle stehen und einen schon über Leichen gehen lassen…”

Die fremdartige Stimme bemerkte nur beiläufig: “Bei Goblins liegt das schon beinahe im Blut… “

“Vielleicht wollen sie was anderes von ihnen. Ich frage mich nur was!”, gab Hiyuu zu bedenken.

“Etwas anderes?”, ich schaute kurz über die Schultern zu Hiyuu, “Habt ihr einen Verdacht?”

“Leider nein, aber der Nebel scheint mir etwas zu absurd.”, sie schüttelt bedauern den Kopf und ich selbst richte meine Aufmerksamkeit wieder nach vorne. Wir würden schon bald das Tiankloster erreichen…

“Reichtum kann man auch erlangen, in dem man etwas findet, was jemand sehr begehrt. Magische Artefakte oder so. Ich erinnere an Garrosh und das, was er hier aus Pandaria hatte…”, er spielte auf das Herz von Y’Shaarj an. Ich konnte es nicht verhindern, dass ein leises Knurren meine Kehle verließ. Ich selbst war zu jener Zeit nicht anwesend gewesen, allerdings hatte ich viel darüber gelesen und Geschichten gehört über das Leid welches Allianz und Horde über Ursprungsland gebracht hatten.

“Da mögt Ihr Recht haben. Allerdings… “, ich musste meinen Satz unterbrechen, denn vor uns stand ein Pandaren. Mit verschränkten Armen musterte er uns etwas misstrauisch.

“Oh…”, ich besann mich schnell darauf, wieder pandarisch zu sprechen: “Die Elem… Die Erhabenen mit Euch.”, ich hasste es, diese Begrüßungsfloskel zu nutzen, doch die einheimischen Pandaren mochten sie lieber und ich wollte so wenig Konfliktpotenzial aufkommen lassen wie möglich.

Wie auch immer. Ich verneigte mich und nach einer relativ kurzen Debatte erhielten wir Informationen darüber, dass einige Goblins vor wenigen Tagen das Tiankloster passiert hatten. Wir erfuhren auch, dass sie in eine der Hallen des Wissens eindringen wollten und diese durchwühlt hatten.

Jedoch was sie genau damit bezweckt hatten oder was ihre weiteren Ziele sein würden konnte uns niemand sagen.

Ergebnislos setzten wir also unsere Reise fort. Mehrere Säcke Proviant auf uns verteilt, um die Ho-Zen zu besänftigen bestritten wir den Pfad.

Ich schaute immer wieder hinauf und versuchte durch die Wipfel der Bäume einen Blick in den Himmel zu erhaschen, doch das dichte Blattwerk ließ kaum einen Strahl hindurch. Doch ich nahm wahr, dass es langsam dunkler wurde. Müdigkeit machte sich in mir breit und meine Gedanken schweifen ab.

Ich dachte wieder an meine Heimat, Shen-zin Su und an die Personen, die ich seit meiner Reise dort zurück gelassen hatte. Ich dachte an meine Mutter, meinen Vater, Opa Han und die kleine Senlin. Mein Blick trübte sich.

Senlin… sie musste nun um die 10 Jahre alt sein. Ich schüttelte den Kopf. 10 Jahre. Ich seufzte. Vor acht Jahren habe ich meinen Weg begonnen als junge heranwachsende und streifte seit jeher durch das Land und ließ mich vom Wind hin und her treiben… ein Schnauben entglitt mir. War es das, was ich wollte? War dies der Weg, der für mich bestimmt war?

Während ich mir selbst diese Fragen stellte gingen wir weiter durch den Jadewald. Die Nacht war inzwischen über uns hereingebrochen und niemand wagte etwas zu sagen. Als wir endlich am Flotschhügel ankamen und uns die Ho-Zen empfingen, wurde ich auf meine erste Probe gestellt. Denn als dieses affenartige Wesen anfing zu reden… verstand ich nicht ein Wort.

“Bitte, was?!”, ich schaute irritiert zu meinem Gegenüber und schüttelte dann etwas hilflos den Kopf. Noch überraschter war ich, als sich Jerodar plötzlich einschaltete.

Die merkwürdige Stimme, wandte sich an den Ho-Zen: “Flotschi, wir dich mal ordentlich in die Knarze fiddeln wenn du uns nicht bringst zu die Bossi!”

“Das was der Verlassene sagt.”, ich nickte und atmete erst einmal erleichtert auf.

“Feit wann fprichft du Ho-Fen ??”, fragte Jerodar überrascht, woraufhin die Stimme schnippisch erwiderte: “Diese Sprache ist nun wirklich nicht schwer zu sprechen.”, die Stimme wurde dann etwas lauter: “Wir ham ordentlich Happa Happa für de Flotschis. Lecker Yam Yam!”

Ab diesem Moment hatten wir die Ho-Zen auf unserer Seite.

Sie baten uns hinein und ließen uns unser Lager über Nacht aufschlagen. Als die anderen schon längst schliefen lag ich noch lange wach...

Nach schier endlosen sinnlosen hin- und hergewälze stand ich schließlich auf und setzte mich zu einem der hohen Bäume und lehnte mich an. Glücklich war ich zu diesem Zeitpunkt wahrlich nicht. Doch woran lag das? Ich sah noch einige Minuten stumm in die schwarze Nacht hinaus, die nur stellenweise durch das sanfte Flackern der Fackeln erhellt wurde, als ich plötzlich eine Stimme hörte... Eine Stimme, die meinen Namen rief...

Hatte ich mir das nur eingebildet? Ich schloss die Augen und versuchte nochmal genauer hinzuhören.

“Arashi! Hier drüben!”, dieses Mal war ich mir ganz sicher. Ich stand auf und ging in die Richtung aus der die Stimme kam. Immer wieder lauschte ich und folgte ihr Stück für Stück tiefer in den Wald. Mit einem Mal stand ich vor einem See in dem sich ein gewaltiger Wasserfall ergoss. In der Mitte war eine Insel.

Der Himmel war wolkenlos und der Mond erhellte die Umgebung und spiegelte sich in dem klaren Wasser. Das Ganze hatte etwas mystisches und geheimnisvolles an sich. Ein Schauer lief mir über den Rücken und ich sah mich um. Dann bemerkte ich eine Gestalt auf der Insel. Sie winkte mich zu sich her. Ich sah mich am Ufer um und erspähte ein kleines Boot.

Ich wollte es gerade ins Wasser schieben, als ich inne hielt. War ich denn von allen guten Geistern verlassen? Warum folgte ich einer Stimme die mich hinaus in den Wald schickte??? Waren nicht schon genug seltsame Dinge geschehen? Entführungen, geheimnisvolle Inseln, Nebel und seltsame hinterlistige Goblins. Und nun das hier. Ich schaute erneut hinüber zu der Insel.

Leichter Nebel bildete sich über dem Wasser, der es mir unmöglich machte etwas genaues zu erkennen. Neugier und Vorsicht rangen in mir. Was sollte ich tun?

Plötzlich ertönte eine Stimme in meinem Kopf. Was bist du? Eine Tushui oder eine Huojin?!

Wieder diese Frage. Und mit einem Mal wusste ich was ich tun sollte. Ich durfte nicht immer nur auf meinen Kopf hören. Mein Bauchgefühl sagte mir bereits seit ich aufgebrochen war, was ich tun sollte!

Ich schob das Boot mit einem energischen Schubs ins Wasser und sprang hinein. Mit langsamen, kraftvollen Bewegungen ruderte ich zu der Insel. Das Boot legte mit einem knarzenden Geräusch an, als das Holz auf des Gemisch aus Sand und Erde traf und ich stieg langsam aus, zerrte das Boot etwas mehr an Land und sah mich um.

Das erste was ich sah waren die Gedenksteine, die dort in regelmäßigen Abständen aufgestellt waren. Ich schaute mir die Inschriften an doch war die Schrift über all die Jahre hinweg verblichen und von dem fortwährendem Wasser ausgespült worden. Ein Knacken ertönte und ich sah in die Richtung aus der es kam.

Eine Pandaren trat aus dem Schatten der Weide. Sie trug ein sehr edel wirkendes Kleid und ein weißes Tuch vor dem Gesicht, sodass ich nicht ganz zuordnen konnte, wer dort vor mir stand. Ich spannte mich an. Bereit jederzeit zuzuschlagen sofern es notwendig war.

Ich hörte ein mir nur zu vertrautes warmes Lachen. Nein. Das konnte nicht sein… oder etwa doch?
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