Kapitel 12: Nächtliche Gespräche

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Kapitel 12: Nächtliche Gespräche

Beitrag von Arashi Eispfote am Mo Okt 09, 2017 7:47 am

Kapitel: 12 "Nächtliche Gespräche"

von Arashi Eispfote

Unten angekommen hörte ich Rekdan und Makrall miteinander reden: “Das ist deine einzige Sorge, eh?”

“Ja.”

Ich konnte Rekdan s Augenrollen fast schon hören: “Oh man…” Ich ging aus dem Gasthaus und nickte den beiden zu: “Grüße.”

“Aka'magosh, Arashi.”, ich lasse mich ins Gras fallen: "Könnt ihr auch nicht schlafen?"

Rekdan schüttelte mit dem Kopf: “Nein. Ich überlege schon die ganze zeit mal die Umgebung zu erkunden. Vielleicht eine Beute zu erlegen oder so.”

“Warum solltet Ihr etwas erlegen, wenn wir hier mehr als genügend Vorräte hier haben?”

“Ich bin nicht gerne abhängig und sorge gerne für mich selber.”

Aus den augenwinkeln sah ich wie Makrall den Stummel in den Teich schnippste und sich einen neuen Kräuterstängel anzündete. Ich verdrehte die Augen und meinte schlicht: “Wie Ihr meint, unnötig ist es dennoch.”

Warum seid ihr immer so.... so.... komisch halt."

“Weshalb denn komisch?”, fragte ich, dann schaute ich zu Jonathan, der plötzlich hinter mir aufgetaucht war und blinzelte ihn verwirrt an.

“Endlich 'abe ich euch wiedergefunden…”, er ließ sich knirschend neben mir nieder. “Lasst euch nicht stören.”

“Ihr stört doch nicht... Wo habt Ihr gesteckt? Ihr habt sehr viel verpasst.”

“Nun, ich 'abe euch verloren. Ich war am Tempel der Jadeschlange und 'abe meditiert. Erst vor kurzem konnte ich euer Chi ausmachen…”, er fuhr sich über die Glatze, “Wo 'abt i'r gesteckt? Was 'abe ich verpasst...?”

“Nun wir sind zu der Insel gegangen, zu der uns die Hinweise aus dem Brief geführt haben und standen den Entführern gegenüber... Die Verhandlungen... waren nun ja…” , ich kam nicht umhin Rekdan anzusehen und meiner Stimme einen aggressiven Unterton zu verleihen, “...wenig erfolgreich.”

Tsuneyasu kam dazu und setzte sich neben uns: “Ich würde nicht sagen, dass sie nicht erfolgreich waren. Der Lehrensucher ist wohlauf im Tal der Blüten angekommen.”

“Wir hätten dennoch weitaus mehr informationen ergattern können, wenn alle gelebt hät…” ich halte noch im letzten Wort inne und winkte ab, “Ist auch gleichgültig. Geschehen ist geschehen.”

“Das klingt alles nicht nach der...effizientesten Verhandlungsfü'rung.”

“Ich denke nicht, dass sie lebendig mehr preisgegeben hätten.”, murmelte Tsuneyasu.

“Lebende sprechen deutlich mehr als Tote, werter Meister…” ich lächelte ihm zu und schaute dann aber leicht grinsend gen Jonathan, “Mit einigen Ausnahmen versteht sich.”

Die Diskussion ging noch ein Weilchen weiter. Argumente wurden ausgetauscht und Meinungen kundgetan. Letztlich kamen wir jedoch alle zu dem Schluss, dass die Dinge nun mal so geschehen waren und wir es nicht mehr umändern konnten. Die Zeit kann nicht umgeschrieben werden. Jedoch eine Äußerung von Tsuneyasu bestätigte etwas, worüber ich selbst schon seit geraumer Zeit grübelte.

“Ihr wart an diesem Abend eine Tushui. Stets versucht ruhig und überlegt zu handeln. Meister Windpfote der Houjin. Ein wenig stürmisch.”

Ich schaute überrascht zu Tsuneyasu, ich öffnete den Mund um etwas zu sagen, schloss ihn dann aber wieder und blickte hinunter in das Wasser.

“Tushui? Houjin?”, Rekdan zog fragend eine Augenbraue nach oben.

“Glaubensrichtungen der Mönche.”, entgegnete Tsuneyasu knapp. “Eher Philosophien.”

"Ich war tatsächlich mehr Tushui als Huojin...", ich schüttelte den Kopf. "Ich verstehe gar nicht, warum ich.." ich hielt inne und fuhr mir fast schon genervt durch die Haare.

“Rekdan hat gehandelt wie ein Houjin. Er hat das Leben seiner Freunde beschützt. Mit allem, was er zur Verfügung hatte. Wir haben viel erreicht, egal was passierte oder nicht. Wir sind ihnen auf der Spur und wir werden sie finden.”

Ich bemerkte aus den Augenwinkeln, wie Jonathan mich musterte, ich sah die weiß-gelben Augen glühend in die Nacht.

“Ihr wirkt so, als ob Ihr nicht wüsstet, wo ihr hingehört oder wer Ihr seid.”, kam es dann von Rekdan und ich war im ersten moment überrascht, dass so eine Äußerung von ihm kam.

“Als ob ich nicht wüsste, wo ich hingehöre…”, wiederholte ich leise. “Das sagte man mir schon einmal, das ist aber schon verdammt lange her…”, ich rieb mir den Nacken. “Meine Wurzeln liegen in meiner Heimat. Und meine Heimat ist dort, wo mein Herz schlägt.”, ich sprach mehr zu mir selbst als zu den anderen, jedoch ließen sie es sich nicht nehmen darauf zu antworten.

“Es ist nicht schlecht, beide Philosophien zu vereinen, Meisterin.”, Tsuneyasu nickte mir zu.

"I'r seid genau dort, wo i'r 'inge'ört. Weicht nicht vom Pfad… Denn wenn auf Widerstand triffst...ge'st du in die rechte Richtung.”

Rekdan hingegen schien nicht zufrieden zu sein mit meiner Aussage, denn er hakte nach: “Das ist das eine. Dann fehlt noch die Antwort auf die Frage, wer ihr seid…”

“Wer ich bin?”, ich runzelte die Stirn. “Wie würdet Ihr auf diese Frage antworten, Rekdan?”

Er dachte wohl eine Zeit lang über die Antwort nach, als er dann zu sprechen begann könnte ich den Stolz, auf das was er war am klang seiner Stimme erkennen: “Ich bin Rekdan, Sohn von Drogal Knochenfaust, treues Mitglied der Horde, ehemaliger Offizier der Streitkräfte Ogrimmars, stolz und ehrenhaft schütze ich meine Familie und Freunde, standhaft, bis in den Tod. Ich bin ein Orc, die Ahnen leiten mich auf meinen Wegen solange, bis ich meinen Platz an ihrer Seite einnehmen werde.

Ich hörte mir seine Worte an und nickte langsam. "Ihr sagt, euren Namen, wo Ihr herkommt und was Ihr tut...", ich schaute nachdenklich in den Himmel hinauf. “Aber sagt das wirklich aus, wer Ihr eigentlich seid?”

“Das was ich tue, Arashi, ist das, wer ich bin. Das was ich tat, hat mich zu dem gemacht, wer ich bin.”

"Ich verstehe Euren Ansatz durchaus... Aber die Antwort genügt mir einfach nicht, um ehrlich zu sein...", ich seufzte leise.

“Reden schwingen und erklären kann jeder. doch was nützen Worte, wenn keine Taten folgen? Mehr als das zu sein, was aus den eigenen Taten sich geformt hat, geht nicht. Tyrannisiert ihr Wesen, seid ihr ein Monster. Heft ihr den Leuten und Kindern, seid ihr beliebt, rettet ihr die Euren oder andere und schenkt ihnen eine zweite Chance auf das Leben, seid ihr eine Heldin.”

"Das klingt mir zu sehr nach einfachen Schubladendenken. Das Leben ist so viel vielschichtiger, um es in so einen beengten Rahmen hineinzupressen."

“Und das ist vielleicht Euer Problem. Ich versucht Dinge in etwas zu finden, die es nicht gibt, weder das Ding, noch das Etwas. So werden ihr nie das Sein akzeptieren und irgendwann am Sterbebett unvollkommen das Zeitliche segnen. “

“Ich gebe mich nicht mit einfachen Erklärungen zufrieden und bin stets bestrebt meine Version der Wahrheit zu finden. Das mag nicht für jeden verständlich sein, aber das ist der Sinn, den ich meinem Leben gegeben habe.”, ich funkelte ihn fast schon unbeherrscht an. “Das und jene zu beschützen, die ich liebe.”

“Manchmal ist die Einfachheit genau das, was man braucht. Wenn ihr nicht aufpasst, werdet ihr irgendwann sterben ohne euren Platz gefunden zu haben, weil ihr immer nur hin und her gerissen seid. “

"Mag sein, ich gebe dennoch nicht auf."

Rekdan hingegen grinste nur breit, schloss einmal die Augen und atmete tief ein und wieder aus.

Derweil hatte sich Jonathan langsam zum See hinunter begeben. Er hatte sich zum Wasser hinunter gebeugt und irgendetwas mit seinen Händen gemacht. Dann öffnete er eine Phiole an seinem Gürtel. Wie eine dünne Schlange waberte das Wasser in das Glas, dann verschloss er das Gefäß wieder. Sein Werk beendet hakte er die Flasche an seinen Gürtel und wendet sich zu uns um.

“´abs immer noch drauf.”, etwas was man als Grinsen deuten könnte, schlich sich in sein Gesicht.

“Wie kommt Ihr mit den Übungen voran, die ich Euch gezeigt habe?”, fragte ich Jonathan beiläufig.

“Gut. Noch nicht zu einem Ausmaße, mit dem Ich - oder i'r - zufrieden seid, aber die Fortschritte kommen. Noch immer fü'le ich eine gewisse..Fremd'eit, mein eigenes Chi auf diese Art zu bändigen, jedoch… Ich werde meinen gesamten Fokus in diese Aufgabe investieren, Meisterin.”

“Solange Ihr die Hoffnung nicht aufgebt, werdet Ihr es in jedem Fall schaffen, Jonathan. Ihr müsst Euch nur stets vor Augen halten, was das wichtigste für Euch ist, denn das ist es was Eure eigentliche Stärke ausmacht.”

“Jawo'l.”

“Bringt den Troll mal das Mönch-sein bei. würde ihm sicher gut tun einen sinnvollen Weg in seinem Leben zu gehen.”, warf Rekdan trocken ein.

“Pfff , das ist doch kein Lebensinhalt. Das ist alles Blödsinn , man.”

Ich hörte Rekdan einmal beherzt lachen: “Sag das nicht zu laut. du bist hier in der Unterzahl.”

“Sie würden sicher nicht aus solchen Beweggründen angreifen. Wieder so ne komische Regel , man.”

Ich hörte schon gar nicht mehr zu. Meine Gedanken schweiften ab. Ich fragte mich wohin unsere Reise wohl noch gehen würde und rieb mir fast schon unbewusst über den linken Arm, der noch immer einen Verband trug. Die Wunde die darunter war, war längst nicht mehr zu sehen. Lediglich eine rosane Narbe schimmerte an einer Stelle hervor, da wo auch das Fell nicht mehr nachzuwachsen schien. Doch spürte ich ab und an nach wie vor den stechenden Schmerz. Der Verband war inzwischen nur mehr ein Mahnmal an mich selbst. Ein Mahnmal mit meinen Emotionen und Gefühlen besonnen umzugehen.


Ich stand auf und rutschte den Hügel hinunter an den See und schaute in das Wasser. Ich hatte genug davon über ernste Themen zu reden. Die anderen diskutierten weiter, doch ich zog mir den Wappenrock aus und legte ihn auf den Boden. Ich wollte gerade auch den Rest ablegen, als ich plötzlich einige schnell aufeinander folgende Schritte hinter mir wahrnahm:
Arschbombe!”, hörte ich Rekdan laut rufen und dann sprang er von einem erhöhten Punkt in das kühle Nass. Das Wasser spritzte in alle Richtungen und ich stand da wie ein begossener Pudel.

Anstatt mich darüber zu ärgern, zog ich meine Kleidung aus und sprang mit einem geübten Kopfsprung hinterher. Ich tauchte fast bis zum Ende des Teiches und schwamm den Weg wieder zurück. Patschnass zog ich mich auf einen der Steine und setzte mich auf ihn, die Beine im Wasser baumelnd.

Rekdan kam zu mir geschwommen und blieb einige wenige Meter vor mir im Wasser: “Warum der Verband?”

“Alte Verletzungen.”, antwortete ich knapp. “Eine lange Geschichte…”

“Alte? Und Ihr tragt noch immer einen Verband?”

Ich ruderte mit den Beinen im Wasser und grinste schief. "Nun... Es gibt Wunden, die nicht so schnell heilen können, die sich immer wieder öffnen oder einfach solche, die nie wirklich vergehen..." öffnet vorsichtig den Verband um ihren linken Arm und offenbart eine Narbe die immer noch zu heilen scheint. "Sagt euch das Sha etwas...?"

“Dabu. Ich kämpfte einst hier in Pandaria für die Horde. Ich habe erst mit Garrosh's Fall die Armee verlassen, in dem Glauben, dass eine ruhige Zeit anbricht. Nun, ich hatte mich wohl geirrt.”

Ich band derweil den Verband wieder fest um ihren Arm, die Bewegung schmerzte, doch ich gab keinen Laut von mir, biss die Zähne zusammen und richtete den Blick gen Rekdan: “Es nährt sich von negativer Energie. Von negativen Emotionen. Je nachdem, wie meine eigene Verfassung ist heilt oder verschlimmert sie sich.”, ich räusperte mich verhalten und lächelte ihm gezwungen zu. “Sa sagten es zumindest die Mönche im Tempel des weißen Tigers.”, ich erhob mich und tauchte erneut ins Wasser.

“Ja, ich hörte davon. Wir haben solche Probleme nicht gehabt. nein. Wir waren eher die, die Dämonenblut tranken.”

Ich schüttelte sacht den Kopf. "Das geschah lange Zeit, nachdem die Truppen Garrosh´s in Pandaria eindrangen. Nun aber das ist auch gleichgültig.”,
ichschüttelte den Kopf und es war leicht zu erkennen, dass mir dieses Thema mehr als nur unangenehm war.

Ich richtete meinen Blick auf Makrall, der angeschlurft kam und sich paffend an das Ufer stellte: “Was wird das eigentlich?”

“So hat jeder seine Bürde zu tragen, eh?”, erwiderte Rekdan noch leise und schaute dann zu Makrall. “Pass auf dass du nicht reinfällst, Makrall. Schwimen trainiert den Körper und tut der Seele gut, Troll.”

“Ich kann nicht schwimmen.”

“Wisst ihr, wie wir Verlassene schwimmen? Gar nicht. Die Fische und Algen fressen uns binnen Minuten.”

“Wirklich?”, ich schaute mit weit geöffneten Augen zu Jonathan.

“Nein. Nicht...binnen Minuten. Aber wir treiben einfach nicht oben.”

Rekdan stieg aus dem Wasser, schüttelte einmal Arme und Beine, strubbelte sich den Kopf und ging zu seiner Kleidung. Ich tat es ihm gleich allerdings ließ ich es mir nicht nehmen und schüttelte mich, sodass ich das Wasser überall in der Umgebung verteilte. Dann ging ich grinsend zu meinem Kleiderhaufen und zog mich rasch an.

Rekdan lief an mir vorbei. Zielstrebig ging er auf den Troll zu und trat den Troll mit einem gezielten Tritt ins Wasser.

Ich hörte nur ein Platschen und ein Geräusch, das stark an das Rudern eines ertrinkenden erinnerte. Alarmiert beeilte ich mich mit dem Anziehen und lief hinunter an den See. Ich lief direkt an den Uferrand und streckte Makrall meine Pfote entgegen. Dieser ergriff sie schon fast panisch und ich zog ihn mit sehr viel Kraftaufwand zu mir hinauf: "Los klettert hinauf!"

Er kletterte hoch und robbte an Land, er hustete Wasser aus und holt mehrere Male tief Luft.

“Solltet i'r nicht..da drin ste'en können?”

“Was seid Ihr für ein Troll?”, ich hörte Rekdan lachen.

Derweil richtete sich Makrall zu seiner vollen Größe auf. “Du Depp hast mich reingestoßen!”, er stand mit einem Mal vor Rekdan und griff nach einer Puppe die an seinem Gürtel hing und brabbelte vor sich hin. Die andere Hand legte er auf den Kopf von Rekdan.

“Makrall? Überlege es dir, eh?”, hörte ich Rekdan sagen und ich meinte einen Anflug von Panik in seiner Stimme zu hören.

Makrall murmelte einfach weiter. Ich rieb mir über die Arme. Ein unwohles Gefühl keimte in mir auf und es war fast so, als würde jegliches Glück in der näheren Umgebung von Makrall weichen. Sofort setzte ein brennender Schmerz in meinem linken Arm ein, den ich aber versuchte weitestgehend zu ignorieren. Ich trat zu ihm heran: “Makrall...?”, ich legte vorsichtig eine Pfote auf seine linke Schulter.

Sofort durchflutete mich noch so eine Welle an negativer Emotion und ich verzog schmerzerfüllt das Gesicht und atmete einmal zischend ein. Ich ließ dennoch nicht von ihm ab: "Makrall...?"

“Meine erste Reaktion wäre dem Troll den Arm zu brechen, aber..du, mach du.”, hörte ich Jonathan murmeln. Ich ließ mich nicht beirren.

“Troll, schluss!”, seine Arme zittern, ab und an schaut er sich panisch um. Ich erinnerte mich genau, wie Rekdans Augen die pure Angst ausstrahlten: “Genug!”, und dann passierte etwas, womit ich nicht gerechnet hatte. Er holte aus und schlug dem Troll seine Faust mitten ins Gesicht. Die Maske zerbarst und der Troll taumelte zurück, genau mir entgegen. Ich bemühte mich, mein Gleichgewicht zu halten, doch war der Schwung, mit dem Makrall mir entgegen gekommen war zu viel. In letzter Sekunde zog Jonathan mich zur Seite und stützte mich so, dass ich mein Gleichgewicht wieder fand.

Ich schaute mich orientierungslos um. Dieses negative Gefühl in mir war immer noch ausgeprägt, mein Arm schmerzte und ich blickte nun genau zu Rekdan. Ich zögerte keine Sekunde und ging mit schnellen Schritten direkt auf Rekdan zu, zog ein Bein zu mir heran und verpasste Rekdan einen gezielten Tritt gegen den Brustkorb.

Rekdan war darauf scheibnbar nicht vorbereitet und bekam den Tritt voll ab. Er taumelte drei Schritte zurück und ging kurz in die Knie. Er hustete zweimal und fixierte mich: "Seid ihr Euch sicher?"

“Macht so etwas nie wieder!”, ich fauchte ihn wütend an und verharrte in meiner üblichen Kampfpose, die Arme in Angriffsposition und die Beine leicht versetzt zueinander stehend.

Jonatha kam etwas näher und versuchte schlichtend einzugreifen: “Ich bitte euch, sämtliche Kampf'andlungen einzustellen. Ich bin mir sicher, i'r alle 'attet einen langen Tag und benötigt Ru'e. Also erscheint mir weitere Konfrontation unvernünftig und überflüssig. Rekdan richtete sich in voller Größe auf, macht sich breit und ballt die fäuste. So tritt er näher an mich heran. Ich schaute jedoch überrascht zu Jonathan und dann zu meinen Pfoten und schüttelte verwirrt den Kopf. "Ich... verzeiht bitte."

Was war nur in ich gefahren? Ich war zwar impulsiv - zumindest hin und wieder - aber so etwas? Rekdan war doch mein Freund, mein Reisegefährte, mein Verbündeter! Was zum…!? Ich kann gerade noch so der Faust, die ich auf mich zukommen sehe, ausweichen! Ich springe nach hinten und lande etwas strauchelnd. Sofort hebe ich beide Arme um zu signalisieren, dass ich jedwede Kampfhandlung einstellen würde. Auch Jonathan ging zu Rekdan und legt ihm seine knochige Hand auf die Schulter: “Es reicht. Das ist genug für heute.”, ich schaute abwartend zu Rekdan. Ich wollte abschätzen, wie er als nächstes reagierte. Zu meiner Überraschung schaute er nur schlicht zwischen mir und Jonathan hin und her, grinste und reichte mir seine Hand.

Ich ergriff sie und als wir einander wieder losließen merkte ich etwas reumütig an: “Ich bitte um Verzeihung. Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist.”, ich verbeugte mich vor ihm: “Da waren auf einmal so viele negative Emotionen..”,ich schüttelte verwirrt den Kopf.

“Ist in Ordnung , Arashi. Ich nehme sowas nicht böse oder persönlich.”

Ich schaute Rekdan noch eine Weile an, ohne etwas zu sagen. Ich glaube das war das erste Mal, dass ich so etwas wie Sympathie für den Orc empfand. Ich schüttelte allerdings bei dem Gedanken sofort den Kopf. Blödsinn. Jonathan ging derweil an uns vorbei und meinte beiläufig: “Gut so. Meister Nebelpranke wartet in der Taverne und wartet auf Kompanie beim Trinken.”

Und so setzten wir uns an den großen Tisch in der Taverne, unterhielten uns leise und jeder ging nach und nach, um sein Nachtquartier aufzusuchen. Die Reise zu einem unbekannten und rätselhaften Ort begann…
avatar
Arashi Eispfote
Admin

Anzahl der Beiträge : 151
Anmeldedatum : 02.08.17
Alter : 24
Ort : Landkreis Nordsachsen - winziges Dorf #idyllisch

http://pfad-des-feuers.forumieren.de

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten