Ein Wiedersehen

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Ein Wiedersehen

Beitrag von Yuan am Sa Okt 14, 2017 5:08 pm

Der rüstige Pandaren strich sich über den Bart und blickte kritisch auf das Blatt Papier vor sich. Über den Boden des Arbeitszimmers verstreut lagen bereits dutzende tuscheverschmierte Papierbögen, die einer lichten Schneedecke gleich im hellen Schein der tiefstehenden Vormittagssonne weiß strahlten. Der Pandaren biss sich auf die Unterlippe und tauchte seinen Pinsel in die Tusche und führte etwas zitterig aber gewissenhaft einen Strich aus, als es mit einem Male an der Tür klopfte. Er schrak auf und zog mit einer raschen Bewegung einen breiten Klecks über das gesamte Blatt. „Yakdreck noch eins!“ Fluchte der Pandare, als sich vorsichtig die Türe öffnete und hinter dieser ein ebenfalls älterer Pandaren, Meister Dao, verwundert über die derbe Begrüßung, hervorlukte. „Yuan, ist alles in Ordnung?“

Der Pandaren hinter dem Schreibtisch seufzte und lächelte. „Schon gut Dao, verzeih mir den Kraftausdruck. Ich probiere nur etwas zu zeichnen.“ Meister Dao hob eine Augenbraue, doch als er eintrat, sah man ihm gleich seinen kränklichen Gesichtsausdruck an. „Was..“ Dao würgte kurz. „Was versuchts du denn zu zeichnen?“ Yuan blickte ihn etwas schüchtern an. „Eine Erinnerung, ich möchte doch mal sehen, ob ich sie nicht auf Papier festhalten kann.“ Dao wankte zum Schreibtisch, während Yuan ihn skeptisch betrachtete. „Darf ich mal sehen?“ Der Pandare reichte seinem Freund den Bogen und dieser lies für einige Augenblicke seinen Blick darüber schweifen. „Oh, gar nicht schlecht, bis auf der Strich da. Aber das war wohl ich, tut mir leid. Den Wasserfall erkennt man gut und die Felsen sind nicht schlecht für den Anfang. Aber diese Bäume da, die sehen so fremd aus.“ Yuan nahm das Blatt wieder an sich und legte es auf einen Stapel zu seiner Linken. „Ich weiß nicht wie man sie nennt, aber das ist eine Gegend in einem Land, das Nordend heißt.“ Dao nickte, sichtlich darum bemüht sich gerade zu halten. Yuan lächelte ihn mitleidig an. „Das Mittel hat also nicht geholfen, der Fisch rächt sich noch immer an dir.“ Dao nickte und seufzte, wobei er kurz ein Würgen unterdrückte. „Mach dir keinen Kopf, ich werde deine Schüler auch noch in der nächsten Woche übernehmen.“ Der Kranke bemühte sich um ein dankbares Lächeln und schlich siechend in seine Mönchszelle zurück.

Ein eintöniger Singsang in klassischem Pandarisch erklang durch die Berge, als die jungen Schüler auf einer Terrasse am Aufgang zum Tempel saßen und aus Gebetsbüchern eine Uralte Lobpreisung für die Erhabenen rezitierten. Etwas gelangweilt saß Yuan vor der Klasse, mit einem Rohrstock in der Hand und den Kopf auf seine Faust gestützt, warf er jenen, die nicht eifrig genug sangen einen finsteren Blick zu. Daos Schüler waren Strenge gewohnt. Auch wenn Yuan es vorzog seine Schüler mit anderen Mitteln zum Erfolg zu führen, musste er wohl oder übel zum Erhalt der Autorität seines Freundes zumindest so tun, als könne man es ihm nicht recht machen. Es war ein heller, klarer Nachtmittag, die Spitzen der Berge und die majestätischen Wolken am Himmel leuchteten in reinstem Weiß und die milden Strahlen der Sonne wärmten dem kalten Gebirgsklima zum Trotz die Terrasse angenehm auf. Etwas verträumt blieb Yuans Blick am Eingang des Tempels hängen, als er beiläufig glaubte am Himmel, fern im Süden, einen winzigen Schatten ausfindig zu machen.


Zuletzt von Yuan am Sa Okt 14, 2017 7:35 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Ein Wiedersehen

Beitrag von Arashi Eispfote am Sa Okt 14, 2017 5:39 pm

"Ich muss euch leider verlassen...", ich schaute meine Reisemitglieder der Reihe nach an und merkte mit fester Stimme, die keinen Widerspruch zulassen sollte an: "Ich werde in wenigen Tagen wieder hier sein. Ein Pandarengleiter wird mich direkt in die Nähe des Kun Lai fliegen und von dort aus begleitet mich eine Eskorte zum Tempel des weißen Tigers."

Hiyuu blickte ihre Meisterin mit krittischem Blick an. Sie schien alles andere als glücklich über diesen Umstand zu sein. Dennoch ließ ich mich nicht von meinem Vorhaben abbringen. Ich  verweigerte auch jedwede Angebote, mich auf meinem Weg zu begleiten.  "Ihr werdet sehen, ich bin schneller wieder da, als Euch lieb sein könnte. Außerdem werdet ihr bereits in Grünstein erwartet. Meisterin Yaharu wird euch alles erklären, sobald ihr sie seht!", ich verbeugte mich und wendete mich sofort um. Es wurde Zeit sich auf den Weg zu machen...




Der Flug dauerte dank der findigen Beschaffenheit des Pandarengleiters nur wenige Stunden. Völlig zerzaust und vom Wind gepeinigt stieg ich von dem Fluggerät herab und wurde auch schon von mehreren Mönchen des Tempels des weißen Tigers empfangen. "Eine Freude euch wohlbehalten wieder zu sehen, Meisterin Eispfote."

Ich lächelte die Mönche an: "Es ist schon lange her, seit ich das letzte Mal hier war.", ich grinste verhalten. Das letzte Mal, als ich für längere Zeit hier verweilt hatte, hatte ich eine Art Training absolviert, um mich in Geduld, Disziplin und Stärke zu üben. Ich war mehrere Wochen hier gewesen und von den dortigen Meistern nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst worden. Allerdings hatte sich eben dieser Trainingslauf ausgezahlt. Meine Fortschritte waren unverkennbar gewesen.

Ich hing so noch eine ganze Weile meinen Gedanken nach, verstrickte mich in Gespräche mit den Mönchen und scherzte mit ihnen herum. Viele von ihnen kannte ich noch von damals. Als wir endlich die Stufen erreichten, die uns zum Temepel hinauf führen sollten klopfte mein Herz vor Aufregung. Endlich würde ich meinen alten Freund wieder sehen...




"Wenn Ihr Meister Tintenfell sucht, er befidnet sich gerade in der Pagode und trainiert dort einige Schüler von Meister Dao. Und ich soll Euch ausrichten, dass Eure Rüstung fertig ist.", ich nickte Xinyu dankend zu und verbeugte mich. Sogleich machte ich mich auf die Suche nach der Pagode und Meister Tintenfell.
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Re: Ein Wiedersehen

Beitrag von Yuan am So Okt 15, 2017 3:30 pm

Sorgsam umwickelte ich den Kopf eines Schülers mit Bandagen, die eine Platzwunde über dem Linken Auge abdeckten. Hinter mir stand eine Novizin, deren Knöchel der rechten Hand ebenfalls eingewickelt waren und schon zu beachtlicher Größe anschwollen. ''Du musst wirklich lernen deine Kräfte zu zügeln Mei, von deinen Fäusten wird sonst bald nichts mehr übrig sein und du kannst nicht jede Stunde einen Mitschüler k.o.-schlagen'' ermahnte ich die junge Pandaren.

Sie war noch sehr jung, kämpfte aber bereits wie eine Große. Beweis genug dafür war wohl der arme Kerl zu meinen Füßen, der beinahe zwei Köpfe größer war als sie und fünf Jahre älter. Als ich das Ende der Bandage unter die Umwicklung schob, blickte sich der Angeschlagene vor mir etwas ziellos im Raum um und fiel schließlich aus dem Sitzen zur Seite weg. Ich hob eine Augenbraue und schüttelte den Kopf ''Wenn es nicht besser wird sollte ich das Licht um Hilfe zu bitten, aber sehen wir erstmal wie es dir in einer Stunde geht.'' Der Verletzte brummte und blickte das Dröhnen in seinem Kopf erduldend zum Eingang. ''Meister, ich glaube der Schlag war zu hart. Nicht nur, dass ich plötzlich Meisterin Eispfote sehe, nein sie ist auch noch zweimal da. Oh und sie hat Sterne vom Himmel mitgebracht, wie nett.''

Heiliger Strohsack! Dachte ich mir, der Junge muss härter getroffen worden sein als ich dachte. Doch mit einem hörte ich die Stimme der jungen Mei, die freudig aufgeregt richtung Eingang deutete. "Dort Meister! Jin halluziniert nicht, seht es ist wirklich Meisterin Eispfote!" Überrascht drehte ich mich um. Tatsächlich! Es war Arashi. Lächelnd stand sie im Eingang der Pagode und sofort ging ich mit einem breiten Lachen im Gesicht zu ihr. ''Arashi, so früh hätte ich Euch nicht erwartet.'' Ich verzichtete auf eine Verbeugung und verpasste ihr sogleich eine herzliche Bärenumarmung und begann sie mit Fragen zu bombadieren. "Wie geht es Euch, Eurer Familie, dem Orden und all den anderen? Was macht Kao, hat Hiyuu schon ihren ersten Sparringspartner k.o.-geschlagen? Und wusstet Ihr, dass Eure Rüstung schon fertig ist, sie sieht großartig aus." Ich sprudelte vor Wiedersehensfreud und die Schüler drängten mir nach. Neugierig und begeistert umringten sie die junge Meisterin, die so viel Eindruck bei ihnen hinterlassen hatte, vor allen jedoch bei der jungen Mei.
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Re: Ein Wiedersehen

Beitrag von Arashi Eispfote am So Okt 15, 2017 6:32 pm

Ich sah ihn schon von weitem, wie er seine Novizen trainierte. Der strenge Tonfall, den er an den Tag legte, war mir neu und ich verbarg mich eine Weile ungesehen hinter den Säulen. Ich beobachtete ihn und schmunzelte, als er die von Mei gepeinigten Novizen wieder zusammenflickte. Sie hatte tatsächlich schon Fortschritte gemacht.

Ich trat aus den Schatten hervor und stellte mich direkt in den Eingang. Der Schüler, mit dem sich Yuan grade befasste zeigte auf mich und ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Als Yuan dann auf mich zulief und mich gefolgt von seinen Novizen in den Arm nahm lachte ich beherzt auf. Er hatte mir wirklich gefehlt...

"Nicht so stürmisch Meister Tintenfell.", ich lachte erneut. Als er mich mit seinen Fragen überfiel musste ich noch einmal lachen. "Nun mir geht es gut, meine ältere Schwester hat seit kurzem einen neuen Novizen unter ihrer Fittiche, meine Mutter kümmert sich gerade um den Aufbau des neuen Ordens und Vater ist auf Shen-zin Su und kümemrt sich um das Anwesen... Und die kleine Senlin ist scheinbar auf Abenteuersuche in Kalimdor unterwegs...", ich überlegte kurz und tippte mir ans Kinn. Ich musste eigentlich gar nicht lange überlegen, aber ich genoss es die jungen Novizen etwas hinzuhalten, die mich neugierig musterten und sich um uns herum scharrten.

Verschmilzt zwinkerte ich der jungen Mei zu. Auch wenn sie hier im Tempel des weißen Tigers ausgebildet wurde hatte sie das Zeug auch einen anderen Kampfstil zu erlernen. Aber das war etwas, was nicht in meinen Pfoten lag.

Ich fuhr mit meinem Bericht fort: "Ach ja Euer Novize hat sich schon gut in der Gruppe eingelebt und löchert die anderen mit Fragen. Er schien am Anfang etwas unsicher zu sein, doch nun hat er seinen Platz in unseren Reihen und bringt sich fleißig in den Orden ein. Aber ich muss Euch, wa Hiyuu angeht enttäuschen! Sie ist vorerst nicht mehr unter meiner Fittiche!", ich lächelte. Meister Tsuneyasu Nebelpranke unterweist sie in der hohen Kunst des Nebelwirkens... Und sie scheint ihre Sache durchaus gut zu machen!"

Ich nickte zufrieden. Ich habe inzwischen einen neuen Novizen. Einen Meister der Nebelwirkens, der sich jedoch der Kunst des Kranichs annehmen möchte.", Stol spiegelte sich in meinem Gesicht. "Er ist wirklich talentiert und das trotz seines. nun Zustandes. Er ist ein Verlassener müsst ihr nämlich wissen.", ich machte ein dramatische Pause und versuchte ein ernstes Gesicht zu machen. Dabei war es nun wirklich nichts ungewöhnliches. Mittlerweile hatten sich einige andere Völker auch für die Mönchkunst interessiert und sind in die Lehren gegangen - und manche waren damit sogar recht erfolgreich.

"Wenn ihr wollt erzähle ich Euch in einer ruhigen Minute von einem unserer Abenteuer unserer Reise!", ich wusste wie begierig die jungen Novizen auf Geschichten waren und ich genoss es zeitweise sie zu erzählen. Nun jedoch galt es gewiss andere Dinge zu besprechen. ich blickte Yuan in die Augen und sprach die nächsten Worte zwar unbekümmert aber mein Blick verhieß etwas ganz anderes.

"Nun Meister Tintenfell, wollt Ihr mir nicht mein Quartier für die nächsten Tage zeigen? Und auf dem Weg dahin könnt Ihr mir sicher gleich den Ort präsentieren, an dem ich meine Rüstung in EMpfang nehmen darf!", ich lächelte und hängte mich beiläufig bei ihm ein. Eine vertraute Geste, die sich wohl kaum ein anderer trauen würde. Doch mir erschien es gerade in diesem Moment genau richtig...
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Re: Ein Wiedersehen

Beitrag von Yuan am Mo Okt 16, 2017 4:03 pm

Ich sandte die Schüler fort, für heute hatten sie frei. Jedoch nur widerwillig zerstreute sich die Gruppe, hofften sie doch alle darauf, dass Arashi ihnen etwas über ihre Abenteuer erzählen würde. Doch es gab andere Angelegenheiten zu regeln.

Nicht ohne einen Anflug von Stolz führte ich Arashi von der Pagode aus über die Terassen des Tempels und berichtete ihr, dass nun alle Schäden, die der Tempel durch die Angriffe der Legion erlitten hatte, beseitigt waren. "Einiges hat sich seit Eurem letzten Aufenthalt hier getan. Und Ihr werdet Euch sicher freuen, dass Eure alte Zelle wieder für Euch vorbereitet wurde. Und was Eure Rüstung angeht..." Ich lächelte begeistert. "Ich glaube kaum, dass Ihr je eine bessere finden werdet. Die Handwerker des Tempels haben Monate daran gearbeitet." Ich ging mit ihr voller Vorfreude in eine der Waffenkammern.

Und dort inmitten des Raumes war sie in all ihrer Pracht an einem hölzernen Gestell aufgebaut. Gefertigt aus bestem Mu-Shan-Leder, gleichsam geschmeidig und widerstandsfähig, mit roten Beschlägen aus ziseliertem Metall, in das Verzierungen mit Motiven und Symbolen der Erhabenen eingearbeitet waren: Weisheit, Stärke, Beharlichkeit und Hoffnung. An einer feinen, roten Schnur baumelten am Kragen der Rüstung vier Münzen, jede aus einem Tempel der Erhabenen und von diesen geweiht würden sie den Träger stets ihren Segen gewähren. Die Meister und ich, waren uns einig, Arashi war dieser Rüstung mehr als würdig und ich war mir sicher, sie würde uns alle und vielleicht sogar einmal ganz Pandaria sehr stolz machen.

Wie sie so vor ihrer Rüstung stand und ich sie einen Augenlick beobachtete, bestätigte sich meine Meinung nur, denn ich erkannte etwas, worauf mich ein breites Lächeln und tiefste Zufriedenheit überkam. Sie hatte sich so verändert und es bedurfte wohl der langen Trennung, damit ich dem nun gewahr wurde. Aus dem noch tapsigen Jungen, das ich in Ogrimmar getroffen hatte, war ein starker Tiger geworden.
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Re: Ein Wiedersehen

Beitrag von Arashi Eispfote am Mo Okt 16, 2017 7:03 pm

Ich ließ mich vorn Yuan im Tempel herumführen und hörte ihm vor allem zu. Der Stolz, der in seiner Stimme mitschwang war unverkennbar und ich stimmte ihm zu. Sie hatten viel Arbeit investiert und es hatte sich gelohnt. Wenn ich einige Tempelinitianten sah nickte ich ihnen zu oder deutete eine Verbeugung im Vorbeigehen an.

Die kühle Luft die den Tempel durchströmte tat gut. Sie klärte meinen Geist und die angenehme und ruhige Atmosphäre ließ mich meine Sorgen für den Moment vergessen. Ich war auch sichtlich erfreut, als Yuan mir erklärte, das mien ehemaliges Quartier wieder für mich bereit war.

Als er mir dann die Rüstung zeigte, musterte ich sie von oben dis unten. Die Farben gefielen mir und die Beschläge an den Schulterstücken , den Handschuhen und den Hosen würden im Kampf sicher mehr als nur nützlich sein. Vor allem würden sie mir den nötigen Schutz und gleichsam Wiederstandsfähigkeit geben, den ich bislang an meiner einfachen Lederrüstung vermisst hatte.

Ich nickte zufrieden und schenkte Yuan ein warmes Lächeln. "Sie ist atemberaubend! Eure Meister haben sich wahrlich übertroffen." Ich ging näher auf sie zu und strich über das Leder, die Gravuren und musterte jedes Detail. "Ihr habt soch nichts dagegen, wenn ich...?", ich deutete auf die Rüstung und konnte meine vor Aufregung strahlenden Augen nur mühselig von der Rüstung abwenden, um Yuan anzuschauen.
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Re: Ein Wiedersehen

Beitrag von Yuan am Di Okt 17, 2017 4:58 pm

Ich erwiderte Arashis Blick und lächelte sanft. ''Nur zu, sie gehört jetzt Euch.'' Ich wandte mich Richtung Ausgang. ''Ich werde Euch einen Augenblick mit ihr allein lassen und hole die Lederer und Schmiede. Sicher wollen sie sehen, wie ihr Werk seiner Bestimmung zu kommt. Und vielleicht müssen sie hier oder da etwas nachziehen.'' Ich dachte mir, dass es ihr vielleicht entgegen käme, wenn sie kurz allein war, um das Material, das Gewicht und die Beweglichkeit der Rüstung auszuprobieren. Ich war gespannt, wie sie wohl an ihr aussehen würde und was sie von ihr hielt, wenn sie sie erst einmal tragen würde.

Ich trat aus der Waffenkammer, schloss die Tür hinter mir und mit einem Male hörte ich wie etwas polternd zu Boden fiel und schnelle Schritte, die sich fluchtartig entfernten. Ich schaute um die Ecke. Dort lag unter einem Fenster eine umgefallene Kiste und ich sah zwei Novizen, die über den großen Platz vor der Waffenkammer rannten. Ich grinste, doch als sich einer der beiden zu mir umdrehte setzte ich meine erbosteste Mine auf und mein Blick verkündete drohendes Unheil. Meiner innerlichen Schadenfreude zum Trotz schien ich sehr überzeugend und ein kurzer, strenger Ruf ''Stehenbleiben!'' genügte, um die beiden nicht einmal sieben Jahre alten Lauser zu Stein erstarren zu lassen.

Ängstlich sahen sie mich an und ich deutete ihnen mit meinem Finger näher zu kommen. Voll Schuldbewusstsein trotteten die Armen zu mir herüber. ''So, so'' Meinte ich streng. ''Da haben wir wohl zwei neugierige Nasen, die jungen Frauen gerne beim Umkleiden zusehen. Seid ihr dafür nicht ein wenig zu jung?'' Meine Mine heiterte sich auf und ich schmunzelte. Die armen Tröpfchen sahen mich hilf- und ratlos an, als einer von ihnen kleinlaut meinte: ''Es tut uns leid Meister Tintenfell, wir..'' ihm fehlten die Worte. Ich strich mir über den Bart und verschränkte die Arme vor der Brust. ''Wer ist denn Euer Meister?'' Stotternd gab mir einer der beiden zur Antwort: ''Mei... Meister Langbart.'' Ich kannte die beiden sehr wohl aus seiner Gruppe, zwei aufgeweckte Strolche, und am liebsten hätte ich breit gelächelt, doch ich legte ruhig meine Pfoten hinter dem Rücken ineinander und zog eine Braue hoch, noch immer ein Schmunzeln auf meinen Lippe. ''Nun, dann werde ich wohl meine Pflicht tun und Meister Langbart von eurer üblen Neugier in Kenntnis setzen müssen.''

Ihre Augen weiteten sich erschrocken. ''Oder... Ihr beiden lauft jetzt raus zu den Werkstätten und sagt den Lederern und Schmieden dort, dass ich sie hier an der Waffenkammer erwarte.'' Man konnte deutlich den Schlag hören, als die Steine von ihren Herzen zu Boden fielen und mein schadenfrohes Schmunzeln wich einem warmen Lächeln. ''Und vielleicht! Wenn die Meisterin es gestattet, dürft ihr Euch, vielleicht!'' Ich hob einen Finger. ''Ihre Rüstung ansehen.'' Ihre Angst wich binnen eines Lidschlags heller Begeisterung und so schnell ihre kleinen Pfoten es zuließen rannten sie hinunter zu den Werkstätten der Handwerker, die sich außerhalb des Tempelgeländes befanden.

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Re: Ein Wiedersehen

Beitrag von Arashi Eispfote am Do Okt 19, 2017 6:07 pm

Ich nickte ihm zu und ging näher an diese rot schimmernde Rüstung heran. Ich strich über das weiche Leder, welches so fein verarbeitet wurde, dass man kaum eine falsch gesetzte Naht erkennen konnte. Die Beschläge, die an den Schultern, Armschienen und an den Beinkleidern befestigt waren, würde in Kampf gute Dienste erweisen.

Ich zog meine fast schon zerschundene Kleidung aus und legte sie sorgsam auf einen Haufen. Ich trug sie schon ettliche Jahre und sie war teilweise schon so zerschlissen, dass sie an manchen Stellen mehrfach geflickt worden war. Sich von ihr zu trennen mache mich etwas wehmütig, wo ich doch so viele Abenteuer mit ihr zusammen erlebt hatte.

Ich legte nach und anch die einzelnen Teile an und betrachtete mich im Spiegelbild des Fensters. Das rot in Kombination mit den silbernen Beschlägen wirkte sehr angriffslustig und die Handschuhe, an welchen sogar Klauen eingearbeitet wurden, würden manchen Gegner sicher in Angst und Schrecken versetzen.

Nur... eine Sache schien noch zu fehlen.. Ich hob meinen Gürtel auf, den ich schon als kleines Pandarenmädchen hatte und legte ihn behutsam an. Das fühlte sich besser an. Ich hatte natürlich gehört, was Yuan zu den Schülern gesagt hatte und trat aus dem Zimmer heraus. Anders als vermutet saß die Rüstung sehr gut und ich strich mir kurz darüber. Ich sah zu Yuan, der noch immer draußen stand und scheinbar auf den Rüstmeister wartete.

Ich lächelte ihm zu. "Nun... ich bin sehr zufrieden Yuan. Diese Rüstung ist fein verarbeitet und die beschlagegen Teile sind weitaus leichter als angenommen, wenn ich auch mehr trainieren muss, um genauso flink wie zuvor zu sein. " ich schmunzelte und zwinkerte ihm zu.

Ich schulterte den Stab, den ich in der inken Pfote gehalten hatte und die kleinen Flaschen klackerten, als sie aneinander schlugen. Der Stab meiner Schwester, den ich seit dem verhängnisvollen Tag am Kaun Lai Gipfel bei mir trug, war mir immer ein treuer Freund gewesen und seit ich meine Klinge im Brachland verloren hatte, war er die einzige Waffe, die ich noch bei mir trug.

"Das einzige was noch angepasst werden könnte, sind die Schulterstücke. Sie sind noch ein wenig zu locker, aber das sollte ja recht schnell gehen.", ich nickte.

"Aber nun zu Euch, alter Freund. Wie ist es Euch ergangen? Wie ist es im Tempel zu verweilen?"
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Re: Ein Wiedersehen

Beitrag von Yuan am Sa Okt 21, 2017 5:40 pm

"Die Rüstung ist wirklich ein Meisterstück." Ich nickte und lächelte stolz. "Und wie es mir geht? Nun ich kann nicht klagen. Erst als ich wieder hier war habe ich gemerkt, wie sehr es mir Freude bereitet mich um die Ausbildung der jungen Schüler zu kümmern. Zu sehen wie sie heranwachsen und reifen. Aber ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass es mich nicht ab und zu in die Ferne zieht. Mit Euch und den anderen die Welt zu sehen."

Ich schmunzelte und hörte, wie hinter uns die Handwerker und die beiden Novizen kamen. Schüchtern und neugierig zugleich beäugten sie Arashi, während sie den drei Rüstungsschmieden erklärte, dass die Schulterstücke noch zu locker saßen. In den Riemen fehlten wohl nur lediglich noch zwei Löcher. Einer zog aus seinem Gürtel einen Stichel und bohrte vorsichtig durch das Leder, sodass die Rüstungsteile fester gezogen werden konnten. Hier und da richteten sie noch peinlich genau ein Teil aus, das sich, sobald Arashi sich wieder bewegen würde, sowieso wieder verrtuschte. Doch die drei waren sichtlich angetan von ihrer Arbeit und ich pflichtete ihnen überzeugt bei, dass es sich um höchste Handwerkskunst handelte. Breit grinsend übergossen sich die Meister gegenseitig mit Komplimenten stets gefolgt von einem "Ist doch so Meisterin Eispfote, Yuan nicht?" Arashi verkniff sich ein lautes Lachen und ich bejate nickend jede ihrer Selbstbeweihräucherungen.

"Jetzt haben wir uns aber ein Bier verdient." Meinte der älteste und lud auch gleich Arashi und mich ein, ihnen Gesellschaft zu leisten. Freundlich lehnte Arashi ab, sie hatte natürlich noch andere Dinge zu erledigen, und ich versicherte, dass ich mich ihnen später anschließen werde. In einen lebhaften Austausch vertieft darüber wie man das eine oder andere an der Rüstung anders oder vielleicht besser machen könnte, gingen die drei Richtung Gasthaus. Neben mir standen noch immer schüchtern aber aufgeregt die beiden Novizen. Mit großen Augen blickten sie fragend zwischen mir und Arashi hin und her. Arashi grinste vielsagend und mit einem "Hoch mit dir." nahm ich den jüngeren der beiden auf den Arm und ließ ihn die eben gerichteten Schulterteile befühlen. Liebevoll geduldig erklärte Arashi den beiden die einzelnen Teile der Rüstung, wobei der Höhepunkt für beide die einer Tigerklaue nachempfundenen Schlagflächen an den Handstücken waren. Nachdem beide nun Fachmänner für Rüstungen waren, bedankten sie sich stürmisch bei Arashi und trollten sich. "Bei den anderen Novizen werden die beiden morgen die Helden sein." meinte ich breit grinsend, bevor mein Blick ernster wurde.

"Ich hoffe Ihr müsst sie nicht oft in Anspruch nehmen. Pandaria ist zwar sicherer geworden, doch über uns allen Schwebt noch immer die Bedrohung der Dämonen." Ich seufzte und sah Arashi besorgt an. Wie lange dieser Kampf noch dauern würde und ob die Armeen in der Ferne Azeroth befreien würden, war im Tempel eines der bestimmenden Themen unter den Meistern. Ich öffnete meine Arme und bot Arashi zum Abschied eine Umarmung an. Ich musste mit den Meistern das versprochene Bier trinken und dann zur Abendandacht. Ich war traurig nicht mehr Zeit zu haben, um mit ihr zu reden, doch ich hatte auch noch andere Pflichten, die erledigt werden mussten. "Passt auf Euch auf und die anderen und grüßt Kao An bitte von mir, bestellt ihm liebe Grüße und sagt ihm, dass wir alle ihn sehr vermissen. Auch Meister Dao! Und wenn Ihr noch bei etwas Hilfe benötigt, zögert nicht mir zu Schreiben Arashi." Ich schenkte ihr ein warmes Lächeln und machte mich auf zur Taverne. Und es war das erste mal in meinem Leben, dass ich diesen Weg mit Schwermut ging.
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Re: Ein Wiedersehen

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