Kapitel 4: Der Tempel der Jadeschlange

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Kapitel 4: Der Tempel der Jadeschlange

Beitrag von Arashi Eispfote am Sa Okt 07, 2017 2:07 pm

Kapitel 4: „Der Tempel der Jadeschlange“

von Minzhe Schneetatz & Arashi Eispfote



Wir kamen in Pandaria an und die Gruppe erlebte ihre erste Überraschung. Nun.. eigentlich war es nur für mich eine. Mir begegnete eine Pandaren, die meine Schwester scheinbar gekannt hatte. Eine Pandaren, mit einer ziemlich vorgefertigten Meinung zu jenen Pandaren, die es vorzogen bei der Horde zu leben.

Ich hatte kein Interesse daran, mich mit ihr zu streiten. Allerdings sollte sie sich auch nicht einbilden, dass ich besonders freundlich zu ihr war. Diese Reise sollte eigentlich dafür gedacht sein, die Fraktionen einander näher zu bringen… Auch wenn das nicht unbedingt mein Hauptaugenmerk war, wie ich mir selbst nur ungern eingestand. Allerdings… Ich schaute zu der Pandaren die sich scheinbar Minzhe Schneetatz nannte und zog die Nase kraus.

Nun ja. Differenzen hin oder her. Wir hatten einen Weg zu gehen und je eher wir das taten, umso eher konnte ich meine Schwester wiedersehen…

Also zogen wir weiter, gingen durch die Krasarangwildnis, hindurch, durch das Tal der vier Winde und erreichten schließlich irgendwann den Tempel der Jadeschlange.

Ich ging nach den aufreibenden Ereignissen weg von der Gruppe. Meister Windpfote… Ich schüttelte den Kopf. So hatte ich ihn mir sicher nicht vorgestellt. So unbeherrscht und verletzend...

Ich ging weiter und sah einen großen Übungsplatz. Ich betrat ihn und vollführte einige Übungen mit meinem Schwert. Der große Platz war zur späten Stunden vollkommen leer, sodass ich keine Angst zu haben brauchte jemanden in den Weg zu kommen. Doch irgendwie waren meine Bewegungen nicht so flüssig, meine Schritte nicht leichtfüßig, meine Attacken nur halbherzig...

Ich war so wütend über diese Erkenntnis, dass ich mein Schwert fast weggeworfen hätte. Doch ich atmete durch und ließ es sinken.

Mein Chi war im Ungleichgewicht. Ich war zu emotional, zu unausgeglichen und nicht im Einklang mit mir selbst.

Hatte Lao am Ende Recht? War ich nur ein dummes stolzes Kind, dass nicht wusste was es tat?

Ich schüttelte verwirrt den Kopf. Ich war doch sonst nicht so emotional… Aber seit wir in Pandaria waren hatte ich das Gefühl nicht mehr Herrin über mich zu sein.

Ich verstaute meine Klinge und setzte mich unter eine der Weiden am Fluss, schloss die Augen und versuchte Ruhe zu finden.

“Disziplin, Ruhe, Kraft,...”, murmelte ich im leise vor mich hin und wiederholte dies so lange bis ich mich wieder halbwegs normal fühlte. Ich erhob mich und verbeugte mich. Die Elemente würden mich leiten. Ich nickte entschlossen und begab mich zurück zu den anderen. Auf dem Weg nach oben ging ich an Minzhe vorbei, die mit nachdenklichem Blick an einem der Kirschbäume lehnte.

Ich fragte mich, was sie da tat, doch schüttelte ich den Gedanken beinahe sofort wieder ab. Was spielte das für eine Rolle?

Ich hörte nur, wie ihr Kohlestift über das Pergament kratzte, um so ihre tiefsten Gedanken zu Papier zu bringen:

<<<   Ich war der Reisegruppe bis nach Pandaria gefolgt und hatte während der Überfahrt genügend Zeit um mich mit dem Thema „Horde“ auseinanderzusetzen. Die Horde für die Verbrechen von Garrosh verantwortlich machen? Brüder und Schwestern verdammen, nur weil sie bei einer gemeinsamen Reise mal falsch abgebogen sind? Sind sie überhaupt falsch abgebogen? Sollte ich als Pandaren es nicht eigentlich besser wissen? Und waren Kategorien nicht eher für alte Pandaren gedacht, welche sich Lehrensucher nannten, damit sie die Welt besser verstehen konnten?

Einer von diesen Lehrensuchern, welcher allerdings nicht in das typische Klischee passte, verstarb heute direkt vor meinen Augen. Ich war der Gruppe in den Tempel der Jadeschlange gefolgt, nachdem ich mich vorstellte, was aufgrund meines losen Mundwerkes und dummen Vorurteilen etwas holprig ausfiel. Allerdings entschuldigte ich mich gleich darauf wieder.

Der Lehrensucher, welcher starb, war Goushins und Laos Vater, Quian Windpfote. Jener Pandaren, welchen ich zwar achtete, aber dem ich nie vollends vertraut hatte, was jedoch aber nur an seinem Sohn Goushin lag. Während seines Todeskampfes erklärte er uns seine Version eines geeinten Pandarias. Er sprach von einer Zukunft, in der Pandaren beider Fraktionen wieder brüderlich zusammenstanden und den anderen Völkern als Inspiration dienten, um gemeinsam gegen die Legion vorzugehen. Dann schloss er seine Augen und aus meinen floss eine Träne.

Lao und Goushin waren am Boden zerstört, was nur verständlich war. Eigentlich wollte ich mit Goushin reden, aber ich verzichtete darauf, ihn zu behelligen. Stattdessen besah ich meine Begleiter. Da war zum einen Jinno, ein stattlicher Pandaren, welcher zu den Elementen sprach. Oder Feifei, die junge Schmiedin mit dem sonnigen Gemüt, die wohl auch eher zufällig an dem traurigen Ereignis teilnahm. Und dann war da noch Arashi. Es stellte sich überraschenderweise heraus, dass sie die Schwester von Shiori war, meine ehemalige Reisegefährtin und Freundin.

Ich fragte sie neugierig aus und stellte schnell fest, dass sie mit ihrer Schwester nicht viel gemeinsam hatte. Sie war launisch und ein wenig ungestüm, was mich an mich erinnerte, als ich vor einiger Zeit einer Reisegruppe angehörte. Aber sie schien das Herz am rechten Fleck zu haben und darauf kam es an.

Lao begleitete uns aus dem Tempel hinaus, forderte Jinno zu einem Übungskampf heraus und provozierte danach Arashi. Ich fand das unnötig und sagte Lao das auch in meiner charmanten Art und Weise, worauf er sich dann zurückzog. Natürlich hatte er aufgrund des Todesfalls andere Sorgen, aber das war keine Entschuldigung für diese Provokation.

Ich ging Arashi nach und beschwichtigte sie. Ich hatte, wahrscheinlich wie die anderen auch, keinen Schimmer, wohin uns diese Reise hinführte, doch eines wusste ich mit Sicherheit: Wenn wir jetzt zulassen würden, das uns nichtige Befindlichkeiten entzweien, dann hatte die Legion schon gewonnen.    >>>
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