Rekdan, ein Abschied

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Rekdan, ein Abschied

Beitrag von Rekdan aka Jianghu am Do Aug 17, 2017 1:18 pm

"Glorreich in die Schlacht. Voller Stolz und Ehre mit gehobenen Haupt. Lieber stehend sterben, als kniend leben. Dann wird dir ein ewiges leben neben unseren Ahnen zu teil, junger Rekdan."

Diese Worte hallen immer wieder im Kopf des Orcs. Jedes mal wenn er die Augen schließt, zur Ruhe kommt oder am Wasser sitzt. Jedes mal, wenn er in den Kampf zieht, wenn er Feinde sterben sieht. Und jedes mal, wenn er an seine Frau und seine Kinder denken muss. Er war nun seit längeren mit dieser ungewöhnlichen Gruppe unterwegs. Eine bunte Mischung aus verschiedenen Völkern. Er saß am Wasser, nahe Ratschet und blickt in den, mit Sternen besetzten, Himmel. So ließ er seine Gedanken schweifen, die Gegenwart verblassen und wurde entführt, zu einem Moment, welcher erst ein knappes Jahr her ist.




Die Sonne brannte hell am Himmel über Durotar. Unweit von Ogrimmar stand ein Haus. Klein und mit nur zwei Räumen versehen grenzte am Haus ein kleiner abgegrenzter Bereich, in welchem eine Orcfrau mittleren Alters den Boden aufockerte. Mit selbst gebauten Harken und Hacken bearbeitete sie den Boden, wischte sich den Schweiß von der Stirn und schaute am Haus vorbei. Vor dem Haus spielten 2 kleine Orcs. Die Welpen, der eine um die sieben Sommer alt, die Andere hat erst vor kurzen Laufen gelernt, spielten Fangen, wobei der Größere von beiden sich einen riesen Spass draus machte, dass seine kleinere Schwester bei weitem nicht so agil, schnell und sicher auf den Beinen war, wie ihr Bruder.

Die Mutter musste lachen und wollte sich gerade wieder dem kleinen Ackerfeld widmen, als sie ein bekanntes Geräusch wahr nahm. Ein Orc kam zum Haus. Hinter ihm ein Karren, welcher laut rumpelnd von Rekdan gezogen wurde. Der Karren war morsch, hatte schon bessere Tage gesehen und doch war er noch funktionstüchtig. Auf dem Karren lag ein fetter Eber und einige Schlangen. Die Tiere bewegten sich nicht, waren tot und im Eber steckte noch der ein oder andere Pfeil. Der Orc stellte den Karren am Hauseingang ab, grinste breit und ging in die Hocke, als seine Kinder auf ihn zu kamen. Die kleine Schwester war als erstes bei ihrem Vater, war sie näher an ihm dran. Er nahm sie hoch, hielt sie in der linken Armbeuge und lächelte sie an, ehe er zu seinem Sohn sah, welcher schon angestürmt kam und ihm ebenfalls in die Arme lief. Die Wucht war groß, dass alle drei lachend zu Boden gingen, als Rekdan sich auf den Rücken fallen lies. Dann gingen die Kinder wieder spielen. Der Orc stand auf, ging zu seiner Frau und legte ihr die rechte Hand an den Hals, so dass sein Daumen auf ihrer Wange ruhte und die Fingerspitzen an ihrem Nacken lagen. Sie tat es ihm gleich und beide legten mit geschlossenen Augen ihre Köpfe, Stirn an Stirn, aneinander. Dann folgte ein Kuss.

"Gute Jagt, Rekdan." lächelte ihn seine Frau an. "Der Eber wird uns gut tun und aus der Schlange machen ich einen schönen Eintopf oder eine Suppe." Rekdan nickte "Ich ziehe dem Vieh die Haut ab, schneide die Knochen und Innereien raus und schaue, ob ich das in Ogrimmar an den Mann bringen kann. Vielleicht haben Alchemisten auch Interesse an den Giftdrüsen der Schlangen." Der Orc wandte sich von seiner Frau ab, ging zu dem Karren und fing an die Tiere neben das Haus zu tragen, wo eine große Steinplatte zu einem Tisch aufgebockt war. Dort fing er an die Schlangen zu häuten, Drüsen und Innereien zu entnehmen und sortierte die Dinge in kleinen, blechernen Eimern. Dann nahm er sich den Eber zur Brust, häutete diesen ebenfalls, holte Organe raus, entfernte Fleisch und Sehnen von den Knochen und zog Zähne und Hauer aus dem Kiefer. Alles, was er nicht selbst zum Leben brauchte versuchte er in Ogrimmar zu verkaufen. Knochen, Giftdrüsen, Häute, Felle. Einfach alles. Plötzlich ein lautes Grollen. Aus der Ferne ertönte lauter Donner. Rekdan's Frau eilte zu den Kinder, nahm die kleine Tochter auf den Arm und den Sohn an die Hand und brachte sie schnell ins Haus. Rekdan dreht sich um, schaute in Richtung Brachland. Am Himmerl zogel grelle, grünliche Blitze ihre Bahnen durch grau-lilafarbene Wolken und schlugen immer wieder irgendwo im Brachland ein. Der Orc schnaufte aus und brachte das ganze Fleisch ins Haus, ehe er wieder nach draußen ging und die anderen Materialien wieder auf den Karren verstaute, während immer wieder lautes Krachen, Knistern und Donnern aus dem Brachland zu hören war. "Nicht jetzt, bitte. Bleib, Rekdan" trat seine Frau an ihn ran und griff ihn sachte an das linke Handgelenk. Sie war nach draußen gekommen, während die Kinder im Haus warteten. "Gehe morgen. In aller Frühe. Es ist spät und die Unruhen werden immer schlimmer." Rekdan drehte sich zu seiner Frau und legte die rechte Hand auf ihre linke Wange. Beide schauten sich in die Augen und atmeten einige Male ruhig ein und aus....


Zuletzt von Rekdan aka Jianghu am Do Aug 17, 2017 5:25 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Rekdan, ein Abschied

Beitrag von Rekdan aka Jianghu am Do Aug 17, 2017 5:21 pm

Die Sonne war schon zur Hälfte am Horizont zu sehen und lange Schatten der Berge, Bäume und Sträucher zogen sich durch Durotar. Rekdan war früh war und lud noch die letzten Dinge auf den Karren. Er dreht den Karren um, was relativ laute Geräusche machte. Seine Frau lag noch im Bett, welches eher an ein Nest erinnerte. Gehäuftes Stroh, Leinenkissen gefüllt mit Stroh und einfache Decken, aus dünnen Stoff. Sie blinzelte, sah sich um und erspähte im Zwielicht ihre Kinder, welche beide noch ruhig schliefen. Die Orcin stand auf, zog sich fix was über und ging nach draußen. "Beeile dich, Rekdan. Und pass auf dich auf." sprach sie ruhig, als sie sich ihm näherte, ihre Hände seitlich an seinen Kopf legte, diesen sachte runter zog und ein Kuss auf seine Stirn wanderte. Rekdan musste kurz lachen und grinste dann breit. "Mach' dir keine Sorgen. Rüstung und Bögen müssen repariert werden und wir brauchen noch andere Dinge, die ich von dem Gewinn meiner Ressourcen besorge. Ich bin kurz nach Mittag wieder da. Versprochen."

Sie sah ihm nach. Rekdan wurde immer kleiner und die Geräusche des gezogenen Karren verstummten. Seine Frau stand noch einen Moment da, obwohl sie ihren Mann gar nicht mehr sehen konnte. Der Wind wehte ihr durch die zerzausten Haare und die Rufe verschiedenster Tiere machten sich langsam bemerkbar und kündigten den Tag an. Von den Geräuschen aus den Gedanken gerissen schüttelte sich sachte ihren Kopf, ging ins Haus und weckte die Kleinen, ehe sie langsam was zum Frühstücken zubereitete.

Knapp über eine Stunde war Rekdan unterwegs, bis er die Tore von Ogrimmar sah. Die Wachen nickten ihm zu, kannten ihn wohl aus vergangenen Tagen seiner Zeit als Soldat. Als Befehlshaber einer zwanzig köpfigen Einheit aus Spähern und Schützen. Er ging durch die Stadt durch, welche schon lange erwacht war. Trolle, Goblins, Tauren und Orcs wuselten auf der Straße rum, gingen ihren Geschäften nach. Gar einige Verlassenen und Sin'dorei kreuzten seinen Weg. Rekdan zog den Karren durch die Straßen, bis er an einem Haus vorbei kam, an dem ein Schild mit dem Hinweis auf Alchemisten deutete. Er stellte den Karren ab und ging hinein. Er wurde von einem eher dünnen Orc begrüßt, welcher sich als Ladenbesitzer vorstellte. Rekdan zeigte ihm seine Waren. Kräuter aus Durotar, Giftdrüsen von Schlangen und Sekrete der ansässigen Skorpide. Es war eine relativ kurze Verhandlung. Schließlich wurde er die Ware los und ging mit einem kleinen Beutel, gefüllt mit einigen Silberlingen und Kupferstücken aus dem Haus, ehe er den Weg zu einem Gerber und Lederer einschlug.

Beim Lederer angekommen zeigte er erneut seine Waren. Mehrere Häute von Schweinen, Raptoren... Zähne, Knochen und Federn von ihnen und den Schreitern, welche ab und zu vom Brachland den Weg nach Durotar finden. Zufrieden nickte der Händler und Rekdan verließ das Haus mit einem zweiten Beutel, gefüllt mit Silberlingen. Der Karren war leer und Rekdan zufrieden. Eigentlich hatte er das nicht nötig, das Handeln um jeden Kupferling. Hatte er doch ein Bankfach, gefüllt mit mehrere Goldstücken, Edelsteinen und Edelmetallen. Doch wollte er nicht in Sauß und Brauß leben, ihm gefiel das einfache Leben draußen vor den Toren Ogrimmars mit seiner kleinen Familie in seinem kleinen Haus. Rekdan machte sich auf den Weg zu einem Bogenmacher und einem Schmied, ließ dort Waffen überprüfen, reparieren und kaufte Pfeile und Schleifsteine. Die Zeit verging und es stand noch ein letzter Weg an, ehe er nachhause aufbrechen sollte. Er ging zur Bank.

Bei der Bank angekommen, überprüfte Rekdan sein Fach. Geld, Edelsteine, Waffen und Ausrüstungen waren noch da und so wollte er einen Teil seines verdienten Geldes in sein Fach einzahlen. Er diskutierte gerade mit einem Goblin, als laute Stimmen draußen zu hören waren. Die Stimmen wurden lauter und wurden zu panischen Geschreie. Der Orc grunzte, schnaupte aus und lief nach draußen. Dort angekommen sah er panische Einwohner, welche ziellos umher laufen, fliehend und schreiend. "Dämonen! Hier in der Stadt! Holt die Wachen! Lauft um euer Leben! Das Ende ist nah!" waren nur einige Sätze, welcher aus dem Getümmel hören konnte. Rekdans Körper brannte vor Anspannung. Krieger, Schützen und Magiekundige eilten herbei, versuchten Herr über die Lage zu werden. Verschiedenste Dämonen hatte sich Zugang zur Stadt verschafft versuchten Chaos, Panik und Tod zu verbreiten. Bei dem Anblick der Dämonen loderte der blanke Hass in Rekdan auf. Seine Augen loderten vor Wut und der Orc knurrte, schnaufte seine Abscheu raus. Die Zeit war da. Rekdan konnte es spüren. Er drehte sich um, schubste und trat Goblins zur Seite, die ihm im Weg standen und nahm zwei großen Säcke Diese wurde gefüllt mit Gold, Edelsteinen, Waffen und anderen Ausrüstungen, ehe er sie oben zuband und sie sich auf den Rücken schwang. So lief er raus aus dem Gebäude. Die Wacheinheiten Ogrimmars dämmten derweilen die Dämonen ein, streckte sie nieder. Rekdan ließ seinen Karren stehen und rannte so schnell er konnte durch die Straßen der Stadt, zu den Toren und passierte diese. Kurz stoppte er, drehte sich um und blickte zurück. Einige Rauchwolken steigen aus Ogrimmar auf. Der Orc drehte sich um und lief so schnell er kann in Richtung seiner Familie.
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Re: Rekdan, ein Abschied

Beitrag von Rekdan aka Jianghu am Mi Aug 23, 2017 3:35 pm

Seine Oberschenkel und Waden brannten. Hastig war seine Atmung während er durch die staubige Einöde Durotars rannte. Immer wieder schossen ihm gedankliche Bilder seiner Frau und Kinder durch den Kopf. Er war erschöpft, doch lief er weiter und weiter und weiter bis... BOOM! Irgendetwas schlug direkt neben den Orc ein. Rekdan wurde durch die Wucht der kleinen Explosion einige Meter weg geschleudert. Schnell rappelte er sich wieder auf, sah zu der Einschlagstelle, wo sich ein Krater gebildet hatte und sich sachte der aufgewirbelte Staub wieder legte. Durch die aufklarende Staubwolke konnte er zwei Gestalten erkennen, welche auf einem kleinen Hügel standen. Er kniff die Augen zusammen. Dann riss er sie wieder auf, nahm schnell sein Bogen zur Hand und spannte einen Pfeil. Das Gesicht des Orcs verfinsterte sich und er rannte auf die beiden Wesen zu, welche sich als Dämonen entpuppten.

Im Spurt kam auch einer der bösen Wesen auf ihn zu, während der andere auf dem Hügel stehen blieb und wieder mit seinen Händen seine Magie formte. Rekdan schnaufte. Er musste schneller sein, schneller als der Dämon und sein Zauber. Der Orc schlug im Lauf einen Haken und zielte auf den Magiewirker. Er verlangsamte etwas seinen Lauf, atmete so tief aus wie es geht und als sein Atmen anhielt, ließ er Pfeil und Sehne los. Der Pfeil suchte sich seinen Weg durch die Luft und landete im Hals des Dämons. Die Arme sanken, Blut schwappte aus seinem Mund, als er zu sprechen versuchte und ging schließlich mit Blut überlaufenden Mund, Hals und Brust zu Boden. Rekdan fixierte den anderen Dämon und zog seinen Dolch. Auge um Auge rannte der Orc nun in Richtung der Teufelswache, welcher ebenfalls auf Rekdan zu stürmte. Es dauerte nur wenige Sekunden bis sie nah bei einander waren. Der Orc sprang aus voller Kraft um die Wucht des Laufens zu nutzen. Ihm kam es wie in Zeitlupe vor. Der Atem stand still, gefühlt verlangsamte sich die Zeit fast bis zum Stillstand. Der Dämon holte zu einem brachialen Schlag mit seiner Zweihandwaffe aus. Doch hatte er sich wohl mit der Geschwindigkeit und der Wucht des Orcs verschätzt und ehe er den Schlag vollenden konnte krachte Rekdan mit beiden Knien gegen den Brustkorb der Wache und jagte den Dolch mit aller Kraft in die Stirn des Dämons, ehe beide im Dreck landeten und ordentlich Staub aufwirbelten. Doch im Gegensatz zu der Teufelswache stand der Orc hustend wieder auf. Kurz schaute er seine beiden gefallenen Gegner mit voller Verachtung an, ehe er sich seine Sachen schnappte und weiter Richtung Hof lief.

Rekdan war langsam erschöpft und so reduzierte er seine Geschwindigkeit auf ein einfachen Joggen. Der Orc schnaufte und konnte seinen Hof sehen. Von weitem sah es ruhig aus und er musste leicht grinsen. Er näherte sich seinem Zuhause, reduzierte sein Joggen zu einem Gehen und runzelte die Stirn. Stille. Er sah sich um. Stille. Kein Kindergeschrei, kein Lachen. Er ging über das angrenzende Feld. Nichts. Vor dem Hauseingang... Nichts. Rekdan stieß den Vorhang des Hauseingangs zur Seite und ging ins Haus. Nichts. Sein Zuhause war verlassen. Leer. Er dachte nach, versuchte Gedanken zu ordnen und ging wieder nach draußen. Leise schnaufte er, sah sich um und ging am Haus vorbei. Der Orc kniff leicht die Augen zusammen, kniete vor dem großen Steintisch, welcher er zum Bearbeiten seiner Beute normalerweise nutzte. Er kniete, weil er etwas im staubigen Boden sah. Etwas, was nicht nach orcischen Fußspuren aussah. Rekdan erhob sich, ging in Haus zurück und zog seine Kampfrüstung an. Es bestückte den Köcher neu, verstaute Axt und zwei Dolche am Gürtel und ging zurück zum Steintisch außerhalb des Hauses. Der Gedanke daran, dass seiner Familie was zugestoßen sein könnte ließ den blanken Hass in ihm aufkochen. Er kniete nochmal, strich mit der Hand über die Spuren, ehe er aufstand und ihnen folgte....
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Re: Rekdan, ein Abschied

Beitrag von Rekdan aka Jianghu am Mo Aug 28, 2017 4:12 pm

Die Spuren folgend durchquerte der Orc Durotar, versuchend immer in Deckung durch Sträucher, Felsen und Schilf zu bleiben. Der Tag neigte ich langsam den Ende zu und Rekdan konnte denn in einiger Entfernung Gelächter wahr nehmen und folgte den Geräuschen, nachdem er die Richtung bestimmt hatte. Der Orc kam zu einem kleinem Lager und verschaffte sich erstmal ein Überblick. Zwei Wichtel, ein Sukkubus und eine Teufelwache konnte er im schummrigen Zwielicht der einbrechenden Nacht ausmachen. Versteckt zwischen zwei Felsen verharrte er und machte sich gedanklich mögliche Optionen und Taktiken aus, ehe sich die Dämonen regten. Rekdan beobachtete und grinste freudig, fast schon siegessicher, als die Sukkubus mit einem der Wichtel das Lager verlies. Er wartete noch eine Zeit lang ab, sichergehend, dass die beiden Dämonen nicht wieder kamen.

Rekdan schlich um die beiden Dämonen herum. Der Blick voller hass, die Zähne bleckten hervor und ein Pfeil wurde gespannt, während er sich lautlos in der Dunkelheit leicht geduckt bewegte. Wie ein Wolf, der kurz vor dem Reißen seine Beute ist machte er sich bereit zu Feuern und aus der Dunkelheit die Dämonen nieder zu strecken. Der Orc richtete sich zur vollen Größe auf, spannte den Bogen vollends durch und schoss. Die Teufelwache ging krachend laut zu Boden, worauf der Wichtel sich erschrocken umdrehte und den Leichnam im Dreck liegen sah. Der aufgewirbelte Staub legte sich und der Wichtel sah den Pfeil, welcher quer in dem Hals der Wache steckte. Der Wichtel wurde nervös, drehte sich oft herum und versuchte irgendetwas zu erkennen. Doch er sah nichts. "Wer ist da? Flieht! Wir sind Legion, eure Welt wird fallen, egal ob ihr mich tötet, unsere Herr Scharen werden euch und eure Welt niederbrennen". Stille. Der Wichtel sah sich um. Nichts. Ein sachter Wind durchzog die Umgebung. Stille. "Was treibt ihr für ein..." der Wichtel brach seinen Satz ab und drehte sich um 180 Grad um und blickte direkt auf, für den Wichtel, massiven Orcbeine, welche unmittelbar nur wenige Zentimeter waren. Er schaute den Körper hoch und blickte direkt in Rekdan's Gesicht. Noch ehe der kleine Dämon reagieren konnte trat Rekdan mit aller Kraft zu und traf den Wichtel frontal mit aller Härte. Wenn es jemand sehen könnte, würde dieser sich sicherlich um die Fußballeinlage freuen und vielleicht währe ein neuer Sport entstanden. Der Wichtel flog durch die Luft und traf extrem unsanft auf den Boden, auf welchen er sich noch einige Male überschlug. Rekdan eilte direkt hinter dem Wichtel her und noch ehe dieser Sprechen oder sich wehren konnte, packte der Orc den rechten Arm des Dämons und brach ihm den Oberarm, ehe der Dämon wieder in den Dreck befördert wurde und mit einem gezielten Tritt unter dem Gewicht des Orces  das Bein des Wichtels zertrümmert wurde.

Rekdan beugte sich über den am Boden liegenden Wichtel und brüllte ihn an "Wo sind sie?" Der Dämon wusste im ersten Moment nicht was er sagen oder wie er reagieren sollte. Der Orc setzte direkt nach und trat auf das andere Bein des kleinen Wesens, welches wieder unter der Wucht und dem Gewicht des Orces brach, worauf der Wichtel schmerzerfüllt aufschrie. "Wo sind sie?" kam es wieder voller Wut aus Rekdan's Mund. Der Wichtel grinste. "Jetzt verstehe ich. Die Orcin und ihre Bälger." Rekdan holte aus und schlug dem Dämon dreimal mit so viel Kraft es ging ins Gesicht, wobei er zwischen den Schlägen schrie "Wo...sind.... sie!" Das Gesicht des Dämons glich nach jedem Schlag immer mehr einem Haufen Kuhscheiße, ehe er unter Schmerzen, jedoch mit einem diabolischen Grinsen spach "Sie war ein Narr. Diese $§=) dachte wirklich, sie bekomme ihre Gören lebend zurück, wenn sie das tat, was wir wollten!" Wieder setzte Rekdan nach. Er trat den Wichtel, welcher einige Meter durch den staubigen Dreck rutschte. Rekdan ging hinter her "Was habt ihr getan?" Der Wichtel hatte kaum noch Kraft. "Komm schon, töte mich. Wir kehren wieder... und wieder...und wieder. WIR SIND LEGION!" und hob anschließend den Arm, welcher zu einem Gebüsch zeigte. Wieder grinste der Dämon diabolisch "Du willst sie sehen? Schau..." Rekdan schaute dem Fingerdeut des Wichtels nach. Er kniff leicht die Augen zusammen, um mehr erkennen zu können, während das kleine Wesen kraftlos sprach "Dein Weib ist in eure erbärmliche Hauptstadt gegangen und wird mit einem Portalstein ein Tor im Inneren der Stadt öffnen, dass wir in diese einfallen können. Sie glaube, sie kriege ihre Bälger dann wieder." Als der Dämon fertig mit Sprechen war, konnte Rekdan Umrisse im Gebüsch sehen. Umrisse von orcischen Kindern. Zwei Stück, eines klein, das andere etwas größer. Der Orc riss die Augen auf, ungläubig, voller Wut und blanken Hass schrie Rekdan und wandte sich dem Wichtel zu, um immer und immer wieder auf diesen einzutreten. Der massive, gepanzerte Fuß des Orcs traf immer und immer mit voller Wucht auf den Kopf und Rumpf des Dämons, bis dieser nur noch ein Haufen Matsch war.

Völlig außer Atem brach der Orc zusammen und kniete auf dem Boden. Schwer war sein Atem und erste Tränen liefen über sein Gesicht. "nein, nein, nein, nein..." sprach er gedämpft, als er sich erhob und zu dem kleinen Gebüsch ging. Er zog die beiden Leichen heraus, lies sich auf den Boden fallen und hielt dann die leblosen Körper seiner Kinder im Arm. Ihre Körper waren mit Stichen und Schnitten übersäht, Arme und Beine verdreht. Wie  ein Wasserfall schossen Tränen über seine Wange und er drückte seine Kinde fest an sich, ehe er in den Himmel blickte und so laut seine Wut ausschrie, dass selbst die Stacheleber im Brachland den Zorn vernehmen konnten. Nach einer Weile stand er wieder auf, mit seinen Kindern auf dem Arm und machte sich auf den Weg nachhause, welches er schon nach einigen Stunden erreichte. Dort angekommen wickelte er die leblosen Körper in Leinentücher ein und legte sie dann in ihre Betten. Mit Trauer erfüllt, verließ er rückwärts gehend das Haus und machte sich auf den Weg nach Ogrimmar, in der Hoffnung seine Frau zu finden und zu schützen.

Die Sonne war schon aufgegangen, als Rekdan an den Toren Ogrimmars ankam. Er ging durch die Stadt, suchte Straßen ab und schaute in das eine und andere Gebäude hinein. Nichts. Keine Spur von seiner Frau. Bis er auf eine kleine Versammlung stieß. Er drückte sich an den Anwesenden vorbei, kämpfte sich durch die Menge. Ein orcischer Offizier, bewaffnet mit einem Pergament stand auf einem kleinen Podest. Neben ihm ein Orc mit einer Zweihandaxt. Der Offizier fing an zu sprechen "Verrat! Eine der unseren hat ihr eigenes Volk und die gesamte Horde verraten! Sie hat versucht in mitten unserer Stadt den Dämonen einen Zugang zu gewähren, indem sie mit ihnen paktierte und ein Portal öffnen wollte. Auf Grund dieser Gräueltat wird der sofortige Tod als Bestrafung festgelegt und sofort verübt." Der Orc nickte und zwei weitere Wachen brachten eine, in Ketten gelegte, Orcfrau auf das Podest. Mit einem tritt in die Kniekehlen wurden sie unsanft zu Fall gebracht und zum Knien gezwungen. Rekdan riss die Augen auf, Panik machte sich in seinem Körper breit und er versuchte nach vorne zu kommen, wurde aber dann von Wachen behindert und festgehalten. "Nein, nein, nein! Wartet! Halt, Stopp!" versuchte er so laut es geht zu sprechen, jedoch ging in dem Rufen der tobenden Menge seine Stimme unter. Das letzte was er dann sah, war der Orc mit der Zweihandaxt, welcher hinter seiner knienden Frau stand und seine Waffen von oben auf den Kopf seines Weibs niederfahren lies. Mit einem Tritt in den Rücken brachte er die leblose, hingerichtete Frau dann zum Umfallen und zog zeitgleich seine Axt aus dem gespalteten Schädel. Rekdan ging kniend zu Boden, stützte sich mit den Händen am Boden ab und atmete hastig ein und aus, während sich mit der Zeit die Menge auflöste, die Leiche weggeschafft wurde und nur Rekdan alleine noch dort verharrte.

Der Weg nachhause kam dem Orc wie eine halbe Ewigkeit vor. Verwirrt, fast orientierungslos kam er an seinem Haus an, ging hinein und ließ sich sitzend auf dem Bett seiner Frau und ihm nieder. Starr, gedankenverloren sah er auf den Fußboden und die Stunden verstrichen. "Rekdan!" hallte eine Stimme von draußen hinein. Doch der Orc reagierte nicht. "Rekdan, ich weiß, dass du da bist." und ein Orc trat in das Haus hinein. Rekdan sah auf, schaute in das Gesicht des Orcs. "Aka'magosh, alter Freund." nickte der Besuch dem sitzenden Orc zu. Der Orc, welcher eintrat war ein alter Bekannter, ein guter Freund aus Zeiten des Krieges in den Sümpfen des Elends. Dieser blickte sich in dem Haus um, sah die eingewickelten Leichen der Kinder und schaut dann zu Rekdan "Es tut mir leid, Rekdan. Ich habe etwas für dich. Ich habe dich gesehen in der Menge. Bringt sie rein!"sagte er dann lauter mit seiner Stimme nach draußen gerichtet. Während denn zwei weitere Orcs die, in Leinen gewickelte, Leiche seiner Frau uns Haus brachten sprach er weiter "Es werden immer mehr Ermittlungen nachgegangen. Du solltest gehen. Man wird sich deiner bestimmt noch annehmen, alter Freund." Nachdem die zwei Orcs den Leichnam auf das Bett neben Rekdan legten verließen alle drei das Haus, während Rekdan aufstand und kurz mehrere Male zwischen seiner Frau und den Besuchern hin und her schaute. Von draußen war nur noch ein "leb wohl, alter Freund." zu hören. Wieder verharrte der trauernde Orc lange Zeit an Ort und Stelle und starrte seine gefallene Familie an. Dann packte er Proviant und Ausrüstung zusammen und brachte es nach draußen. Er ging nochmal ins Haus, nahm erst seine kleine Tochter auf den Arm und sprach sein Segen aus, ehe er sie in die Mitte des Hauses auf den Boden legte. Das selbe machte er mit seinem Sohn und seiner Frau, wobei er bei seiner Frau noch einige Sätze mehr sprach. Dann verließ er die Hütte. Er entzündete zwei Fackeln, welche er nach einem Moment des Gedenkens eine auf das Haus und eine in das Innere warf. Nachdem sein Zuhause nun lichterloh in Flammen stand, kehrte er seinem Heim den Rücken zu und ging ohne bestimmtes Ziel und schweren Schrittes los.
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