Kapitel 15: Die Begegnung

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Kapitel 15: Die Begegnung

Beitrag von Arashi Eispfote am Sa Okt 07, 2017 2:36 pm

Kapitel 15: „Die Begegnung“

von Arashi Eispfote

Onkel Thao begleitete die Gruppe, auf die er in Morgenblüte gestoßen ist, nun schon eine Weile und ihr heutiges Ziel war der Gipfel der Ruhe, eine heilige Ausbildungsstätte und Schatzkammer des Wissens der Mönche.

,Ich bin froh…´, sprach er in Gedanken zu sich selbst, ,…dass ich mich entschloss die Gruppe zu begleiten. Einige von ihnen wirken zu sehr verloren auf ihren Wegen, vor allem die kleine Eispfote. Es freut mein altes Herz sehr, dass ich Ihnen mit meinen Ratschlägen und meinem Wissen helfen kann.´

Am Gipfel der Ruhe angekommen blickten sie auf ein Meer aus Trümmern, letzte grün-glimmernde Brandherde und vereinzelt herumliegende gefallene Helden. Doch von den Dämonen war weit und breit keine Spur mehr, allerdings war ein Pfad der Verwüstung auszumachen, an dessen Ende ein Sin'dorei stand. Er war bewaffnet mit scharfen Gleven, die noch von dem grünen Blut der gefallenen Dämonen trieften, und blickte mit verbundenen Augen über das Schlachtfeld.

Thao murmelte zu sich selbst: "Dieser Elf ist nicht wie die anderen, irgendetwas ist komisch an ihm." und ein dem Vergleich dienendem Blick huschte kurz zu den Sin'dorei in der Reisegruppe. Der mit Gleven Bewaffnete stellte sich als Illidari vor und erklärte, dass eine Mission ihn zum Gipfel schickte und er die restlichen Dämonen beseitigt hätte. Er empfahl der Gruppe mehrmals und sehr aufdringlich, sich aufzumachen zu den Verheerten Inseln, um dort gegen die Legion zu kämpfen, doch Thao runzelte die Stirn.

Diese Gruppe ist noch nicht bereit, um auf diesen besagten Inseln zu kämpfen, es macht keinen Sinn sich kopflos in eine aussichtslose Schlacht zu stürzen. Erst müssen die Reisenden zu einer Einheit zusammenwachsen und sich aufeinander verlassen können, dachte er, doch sagte dem Illidari lediglich, dass Kriege nicht allein durch Kämpfer gewonnen werden.

Nach einigem weiteren Geplänkel über den bevorstehenden Untergang Azeroths zeigte Arashi dem Illidari einen Gegenstand, den Thao als eine Flasche identifizieren konnte, in der etwas steckte. Doch da er hinter der jungen Pandaren stand, mit einer Pfote auf ihrer Schulter, die ihr seinen Beistand vermitteln und sie beruhigen sollte, erkannte er den Gegenstand nicht.

Der Illidari machte große Augen, konnte aber nur bestätigen, was Arashi bereits wusste: Der Gegenstand ist Teil von etwas Größerem und man bräuchte einen Magier um die restlichen Stücke zu finden.

Danach ging alles sehr schnell, noch während der Illidari sich verabschieden wollte, brach die kleine Eispfote plötzlich zusammen. Nur im allerletzten Moment konnte Thao verhindern, dass Arashi hart mit dem Kopf auf den Boden prallte, sodass er sie sanft ablegte und sich besorgt neben sie kniete.
Die anderen taten es ihm gleich und waren besorgt um Arashi, fragten sie was vor sich ging. Thao musterte sie und dachte: Sie hält die Pfote so sehr auf ihre Flanke, wahrscheinlich ist sie verletzt. Aber warum kommt dies so plötzlich? Wir müssen Ruhe bewahren und sie versorgen. Dann rief er über die Schulter nach Kalixa, von der er wusste, dass sie in den Heilkünsten bewandert war, er war kurz verärgert, dass er sie zweimal heranrufen musste, bevor sie sich näher traute.

Der Illidari merkte an, dass ein Gegenstand am Körper der kleinen Eispfote auf eine Art verseucht oder verflucht ist, sodass die kleine Elfe dann die Taschen von Arashi durchsuchte und neben ein paar persönlicher Gegenstände auch ein Buch entdeckte, welches sie angewidert von sich weg warf. Jedem war sofort klar, dass das Buch der verseuchte Gegenstand sein musste und Sorophas ging und griff danach. Er blätterte ein wenig darin herum, aber ihm war nichts ungewöhnliches anzumerken.

Thao versank kurz in Gedanken: War es doch nicht das Buch? Nein, der Illidari rat dem Sin'dorei das Buch fallen zulassen, es muss das Buch sei- BEI DEN ERHABENEN, natürlich! Das Buch wurde gewiss vom Sha verseucht! Sogleich riet er Sorophas, ihm das Buch zu geben und nicht dem Illidari, der Interesse an dem Buch zeigte, und Sorophas überreichte ohne Widerrede oder Zögern Thao das Buch, wohl genoss der gutmütige Onkel mittlerweile hohes Ansehen in der Gruppe.

In just diesem Moment, in der er das Buch ergriff, legten sich drückende Ketten um sein Herz und Thao spürte Zorn und Verachtung in sich aufkeimen. "Hast du das Buch etwa gelesen? Schämen solltest du dich, in die privaten Gedanken von Arashi einzudringen. Einfach so ein Tagebuch aufschlagen und lesen, du bist aber ein toller Freund", fuhr der sonst so freundliche und ausgeglichene Pandaren den Elfen an.

Arashi, die mittlerweile von Kalixa versorgte wurde, wachte wieder auf und rappelte sich mühsam auf die Beine, sie legte Thao beschwichtigend eine Pfote auf die Schulter und brachte so das entstandene Wortgefecht zwischen ihm und Sorophas zum Stocken. Der Pandaren, der großväterliche Zuneigung für die junge Arashi entwickelt hatte, focht nun einen inneren Kampf mit sich und den vom Buch versuchten Gefühlen aus, was allerdings unbemerkt von den Umstehenden blieb.

Arashi bat ihn um das Buch und obwohl die Proteste in der Gruppe unverzüglich laut wurden, gab Thao ihr ohne weitere Verzögerung das Buch zurück. "Brrr..." schüttelte er. Dieses Buch ist wahrhaft böse, die Negativität, die es ausstrahlt ist anders als die Zwietracht, die das Sha sät.

Bei Niuzao, ich will dieses Ding nie wieder anfassen müssen. Arashi muss es vernichten und noch während er dies dachte, warf Arashi dem Illidari das Buch zu mit dem Kommentar. "Hier! Vernichtet es!"

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