Kapitel 24: Ein beschwerlicher Pfad

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Kapitel 24: Ein beschwerlicher Pfad

Beitrag von Arashi Eispfote am Sa Okt 07, 2017 3:04 pm

Kapitel 24: „Ein beschwerlicher Pfad“

von Ajumu Feuerbauch

Der Sturm von letzter Nacht war vorüber und die Wellen brandeten ruhig an die raue Küste. An einem kleinen Strandabschnitt wurden Wrackteile, Algen und anderes an Land gespült. Aus den Trümmern schleppte sich eine große Gestalt ans Ufer. Ajumu holte tief Luft und blickt auf das kleine blonde etwas, das er hinter sich her zog.

Everya sah blaß aus, zumindest für eine Elfe. Sie war nicht ansprechbar und atmete schwer. Eine große Platzwunde zeichnete sich an ihrer Stirn ab.

Er legt sie an einer geschützten Stelle der Bucht nieder und suchte dann in der näheren Umgebung nach etwas Feuerholz. Nachdem er fündig geworden war schichtete er es auf, hielt seine Pfote darüber und murmelte ein paar Worte. Ein kurzer Windhauch ging und dann glimmten die Holzscheite auf bevor sie richtig zu brennen begannen.

Nun kümmerte er sich um die Verletzungen seiner Reisegefährtin. Er riss etwas Stoff von seinem Wams und nahm das kleine Bambusfässchen welches den Sturm zum Glück überlebt hatte, öffnete es und goss etwas von dem alkoholischen Inhalt auf den Flicken um Everyas wunden zu säubern.

Die Elfe stöhnte vor Schmerz als er sich daran machte, schlug aber dennoch nicht die Augen auf. ''Zum Glück nichts das genäht werden muss'' Ajumu seufzte erleichtert. Nachdem er Everya versorgt hatte, nahm er selbst noch ein Schluck aus dem Fässchen und verstaute es dann wieder. ''Ob es die anderen wohl geschafft haben ?'' sagte er eher leise zu sich selbst, während seine Augen über den Strand wanderten, in der Hoffnung vielleicht noch andere vertraute Gestalten zu sehen.

Ein kräftiger Windstoß riss ihn aus seinen Gedanken, er schüttelte sich und richtete sich auf. ''Mal sehen wo wir hier sind'' Er ließ noch einmal seinen Blick schweifen. In der Ferne konnte man einen Wachturm erkennen sowie die Ruinen einer einstmals prächtigen Hafenstadt.

''Ich muss etwas höher wenn ich wissen will wo wir sind'' murmelte Ajumu zu sich selbst und sagte dann zu der Elfe ''Geh bloß nicht weg, ich bin gleich wieder zurück''.

Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen rollte er innerlich schon mit den Augen. Wo sollte die Elfe schon hin. Er stieg auf einige kleine Hügel in der Nähe die ihm einen besseren Überblick über die örtlichen Gegebenheiten verschafften. Neben einem weiteren Wachturm konnte er nun einen dunklen und recht trostlos wirkenden Sumpf ausmachen. Außerdem stiegen in einiger Entfernung einige Rauchschwaden auf.

Ajumu dämmerte es. Er war auf seinen Reisen schon einmal hier gewesen. Düstermarschen nannte man diesen Ort. Demnach kamen die Rauchschwaden von einem Posten der Goblins den man Morastwinkel nannte.

In etwas weiterer Ferne konnte man gerade noch so die nebelverhangenen Plateaus von Donnerfels erkennen. Ajumu kletterte von seinem Aussichtspunkt zurück zu Everya. Die kleine Elfe lag noch immer regungslos da, aber ihre Atmung wirkte nicht mehr so schwer.

''So Kleine, ich weiß jetzt wo wir sind. Wir müssen zu den Tauren, die werden dich bestimmt wieder zusammenflicken können''. Er packte alles zusammen was man irgendwie gebrauchen konnte und legte sich die Elfe wie einen Rucksack an ehe sie aufbrachen. Sie waren schon einige Zeit unterwegs und Everya war währenddessen immer mal kurz aufgewacht, fiel dann aber wieder in den dämmrigen Zustand zurück. Gelegentlich murmelte sie leise, dabei ging es meist um andere aus ihrer Gruppe.

Das Gemurmel lenkte Ajumu von der Einsamkeit dieses trostlosen Sumpfes ab, außerdem hatte er ständig das Gefühl beobachtet zu werden. Aber auch das schob er auf diesen Ort, wo einem die Sinne schnell einen Streich spielen konnten. Er wurde aus seinen Gedanken gerissen als er plötzlich eine gepflasterte Straße unter seinen Pfoten spürte.

''Der schwierige Teil ist wohl vorbei, ab jetzt wird es ein Spaziergang'' Ajumu lachte laut auf, holte noch einmal tief Luft und folgte der Straße nach Norden. Am Wegesrand stand Wegweiser mit einem verwitterten Schild auf dem ''Brachland'' zu lesen waren.

Keine Ahnung wie lange sie schon unterwegs waren, doch endlich erreichten sie die Ausläufer des Brachlands. Hier gab es weitläufige Ebenen und ein angenehmeres Klima. Außerdem bestand die Möglichkeit auf eine der zahllosen Karavanen der Tauren zu treffen, welche hier unterwegs waren.

Ajumu war auf seinen Reisen schon mal hier gewesen und er erinnerte sich an einen Handelsposten der Wegekreuz genannt wurde. Dieses lag mindestens zwei Tagesmärsche weiter nördlich aber in Anbetracht der Tatsache das sie keine weiteren Optionen hatten und sich Everyas Zustand nicht verbesserte war dies die einzige Chance auf Hilfe zu hoffen.

Sie machten an einer kleinen Oase noch einmal kurz Rast um sich mit frischem Wasser und einigen Kräutern zu versorgen. Ajumu überprüfte nochmals Everyas Zustand, welcher zu seinem Bedauern, keine Anzeichen von Besserung trug. Er gab Ihr noch einen Schluck kühlen Wassers, nahm sie dann wieder auf seinen Rücken und begann seinen Marsch durch das Brachland.

...............................................................................................

Die Tage zogen ins Land und Mohakwe Donnerhuf war seinen Posten im Brachland Leid. Nie passierte etwas Aufregendes und meist sah er immer nur die gleichen Gesichter von Orcs, Tauren und Trolle. Nur selten verirrten sich Goblins oder Verlassene hier her. Es war ja auch ein trostloser Ort, mitten im Nirgendwo. Doch was war das ? Mohakwe kniff die Augen zusammen um gegen die blendende Sonne anzukommen.

Da kam eine Gestalt auf das Wegekreuz zu. Sie schien auch mit Fell bedeckt zu sein, aber Kontur und Größe passten nicht zu einem Tauren.

Außerdem trug es etwas auf dem Rücken. Mohakwe umklammerte seinen Speer fester, nur für den Fall das dies wieder ein Trick der Borstennacken sein sollte. Beim Näherkommen erkannte er aber das es sich um einen, wie nannten sie sich selbst, Pandaren handelte. Er wirkte ziemlich abgehetzt und das kleine etwas auf seinem Rücken machte einen noch schlechteren Eindruck.

Welche Strapazen sie wohl haben durchstehen müssen? ''Gehen in nächster Zeit Karawanen nach Donnerfels?'', fragte der Pandaren. ''Wir könnten nämlich etwas Hilfe gebrauchen.'' Ajumu lächelte bei seinen Worten. Trotz der prekären Lage blieb er noch immer freundlich.

''Leider nicht, lediglich Windreiter fliegen gelegentlich. Ich schätze ihr braucht einen Heiler.'' Mohakwes blick richtete sich auf das kleine Etwas auf Ajumus Rücken.''Ihr habt aber Glück das wir hier auch einen fähigen Heiler haben. Ihr findet ihn hinten im Haupthaus.''

Mohakwe zeigte auf ein großes Gebäude, der Pandaren bedankte sich und machte sich auf den Weg. Der Taure blickte dem Pandaren und seiner ''Last'' noch kurz hinterher.

''Interessant'' sagte er sich, '' das ist heute schon der zweite Pandaren der hier auftaucht.''
Nachdem er die Elfe in die Obhut des hiesigen Heilers übergeben hatte ging Ajumu vor das Haupthaus um sich im Ort etwas umzusehen. Er konnte sowieso nichts mehr für Everya tun, dies lag nun in den Händen anderer. Sein Blick folgte dem regen Treiben im Wegekreuz, blieb dann aber hängen als ihm jemand ins Auge fiel.

Die Ähnlichkeit zu einem seiner Gefährten war geradezu verblüffend. ''Die werde ich mir mal näher anschauen'' sagte er leise zu sich und tappste auf die Pandaren zu.

Hiyuu Nebelherz, eine kleine und sehr jung wirkende Pandaren, hatte noch keine Ahnung in was für ein Abenteuer sie hineinschlittern würde.
avatar
Arashi Eispfote
Admin

Anzahl der Beiträge : 161
Anmeldedatum : 02.08.17
Alter : 24
Ort : Landkreis Nordsachsen - winziges Dorf #idyllisch

http://pfad-des-feuers.forumieren.de

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten