Kapitel 25: Onkel Thaos Geschichte

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Kapitel 25: Onkel Thaos Geschichte

Beitrag von Arashi Eispfote am Sa Okt 07, 2017 3:07 pm

Kapitel 25: „Onkel Thaos Geschichte“

Onkel Thao (Thaozae)

Er träumte…

Junge Pandarenkinder liefen fröhlich spielend über die Wiese. Ein nicht ganz so grauer Thaozae saß unter einem Baum im Schatten und beobachtete die arglosen Kinder und freute sich im Stillen, dass ihnen die Naivität der Jugend noch erhalten blieb.

Sie warfen sich einem Ball hin und her, riefen durcheinander, wer als nächstes den Ball fangen sollte und kümmerten sich umeinander, wenn einer von ihnen hinfiel. Und er wachte über sie, sein Blick löste sich wieder von den Kindern und schweifte über die Ebene. Hier und da war ein Baum zu sehen, aber außer ein paar Yaks waren keine Tiere oder gar Gegner zu sehen.

Plötzlich schob sich ein riesiger Schatten vor die Sonne und hüllte die Ebene in eine unheimliche Dunkelheit, Thaozae sprang auf und rief den Kindern zu, sie sollten schnell zu ihm laufen, doch sie hörten ihn nicht. Er rannte zu ihnen hin, schneller und schneller, aber statt ihnen näher zu kommen, wuchs die Entfernung zwischen ihm und seinen Schützlingen. Da tauchte ein überdimensionaler Mantis auf, wollte die Kinder fressen und klapperte mit seinen Mandibeln.

"Neeeeeeeeeein…!" brüllte ich und wachte schweißgebadet auf. Ich blickte hektisch um mich herum. Dunkelheit umgab mich, gepaart mit einer stickigen Wärme und überall hörte man das Klackern von Mandibeln und das Rascheln von Flügeln, die über Chitin-Panzer strichen.

Ich versuchte durchzuatmen und mich zu sammeln, dann erkannte ich langsam Einzelheiten meiner Umgebung. Ich war in einer Ecke eines unterirdischen Baus, an einigen Ecken liefen mantisähnliche Insekten umher, aber was zum Teufel waren sie?

Ich schüttelte den Kopf, diese Frage war nicht wichtig. Ich kontrollierte den Zustand meines Körpers. Hatte ich Durst? Es ging so, Hunger? Schon eher.

Wo war meine Rüstung, mein Speer? Da hinten auf der anderen Seite funkelt etwas, ja das könnten meine Sachen sein. Verletzungen? Ich bewegte Arme und Beine, strecke den Rücken durch, rollte den Kopf auf meinen Schultern. Glück gehabt, es ist alles in Ordnung. Wie war ich hierher gekommen?

Wir waren auf dem Schiff, Ich sollte zum ersten Mal in meinem langen Leben tatsächlich Pandaria verlassen, die kleine Eispfote wollte nach Donnerfels und ich entschied mich, ihr und ihren Freunden weiterhin beizustehen.

Dann war….ein Sturm? Einige flogen über Board, andere konnten sich festhalten und ich wurde von einer Welle erfasst und sank mit meiner schweren Rüstung. Ich hatte nicht den Hauch einer Chance und schon bald empfing mich die sachte Dunkelheit der Bewusstlosigkeit.

Ich muss irgendwie an den Strand gespült worden sein und diese….Dinger haben mich dann gefunden. Sicherlich will ich nicht so lange bleiben um herauszufinden, was sie mit mir vorhaben…


„Ein weiter Weg“


Ich habe es geschafft, ich bin frei! Mir entfuhr ein überschwänglicher Jauchzer: "Jucheee!" bevor ich schnell die Pfoten vor mein Maul hielt und mich verstohlen umsah, ob der spontane Freudenausbruch unbemerkt von möglichen weiteren Feinden geblieben ist. Keine Regung, kein Tier, gar nichts – nur Sand, sehr viel Sand.

Endlich nahm ich mir die Zeit meine Umgebung genauer zu betrachten und erkannte, dass ich inmitten einer Wüste stand. Die Sonne brannte heiß auf meinen Pelz und ich merkte bereits, wie sie meine Rüstung aufheizte und der Sand unter meinen Stiefeln war sicherlich nicht weniger heiß. Mit hängenden Schultern blickte ich mich, in der Hoffnung auf irgendeinen Hinweis in welche Richtung ich gehen sollte, noch einmal um und schnaufte schließlich.

"Bei den Erhabenen, ich hoffe, du weißt welch schwierige Aufgabe du mir stellst, Niuzao." Und so stiefelte ich los, zwar ohne Essen und Trinken, aber immerhin wieder im vollen Besitz meiner Rüstung und meines Speeres. Die Insekten-Dinger waren schlussendlich nicht so schlau, wie ich es von den Mantis her kannte.

Auf meinem Marsch begegnete ich niemanden, den ich nach dem Weg hätte fragen können und sah auch sonst nicht viel mehr als Sand, Skorpione und vereinzelte Skelette, an denen sich rote Vögel herumtrieben. Einerseits war das gut, so hatte ich wohl keinen weiteren Angriff der Insekten-Dinger zu erwarten, aber andererseits....die Sonne stand hoch am Himmel und der Durst schnürte mir langsam die Kehle zu, außerdem waren meine Beine schwer von beständigen Laufen auf dem Sand, meine Füße brannten und ich wollte nicht wissen, wie viele Blasen ich mir mittlerweile gelaufen habe oder wieviel Sand in die Stiefel geraten ist.

Dann hörte ich das Schnauben eines Ochsen, konnte das sein? War es pure Einbildung? Ich wusste es nicht, aber ich drehte mich in die Richtung, aus der ich das Schnauben gehört hatte und war der Meinung, dort auch einen Schatten wahrnehmen zu können. Ich fluchte kurz ob dieser Sinnestäuschung und schüttelte vehement den Kopf, aber als ich dieses Schnauben ein zweites Mal vernahm, machte ich mich in diese Richtung auf den Weg.

Nachdem ich ächzend und keuchend eine hohe Düne erklommen hatte, sah ich unter mir die felverseuchte Ruinen eines alten Lagers. Die Worte der kleinen Eispfote im Kopf, dass die Dämonen zur Zeit auf irgendwelchen verheerten Inseln bekämpft werden – und ich war wahrlich nicht auf einer Insel, sondern mitten in der Wüste – ging ich auf das Lager zu.
Ich hoffte darauf, dass vielleicht noch Vorräte übrig waren und nicht verseucht wurden, oder dass ich mich dort wenigstens ein bisschen im Schatten der Ruinen ausruhen konnte um meine nächsten Schritte zu planen.

Ich hatte Glück, als ich näher kam, konnte ich erkennen, dass die Verseuchung hauptsächlich nur eine Hälfte der Ruinen befallen hat und in den Sand ringsherum gestreut hatte, aber die andere Hälfte des Lagers war bis auf ein paar wenigen Spuren von Plünderern oder Tieren unversehrt. und ich fand tatsächlich ein wenig Nahrung. Skeptisch schnüffelte ich zunächst daran, aber Hunger und Durst waren zu groß um wählerisch zu sein.

Nachdem ich also den gröbsten Hunger und den unerträglichen Durst gestillt hatte, legte ich mich in den Schatten einer Ruine und schlief ein. Ich träumte von saftig grünen Wiesen und sanften blumenbewachsenen Hügeln, ich träumte davon, wie ich einem frisch-verliebten Pandaren gleich und voller Freude über diese Wiesen sprang und tollte. Neben mir her sprang ebenso freudig ein Yak-Kalb und gemeinsam liefen wir auf eine Hohe Felsformation zu, die einerseits so gar nicht zur Landschaft passte, aber andererseits sich perfekt in diese eingliederte und auf ihr drauf zu erkennen war ein riesiges Dorf.

Dieses Bild würde überlagert von Arashi, wie sie auf dem Schiff Stand und uns von unserem neuen Reiseziel erzählte. "Donnerfels" hallte es in meinem Traum und schließlich wachte ich auf.

Müde, zerknittert und wenig ausgeruht erhob ich mich von meiner provisorischen Schlafstätte und versuchte so gut es ging, den Sand aus meinem Fell und der Rüstung zu klopfen. "Donnerfels" sagte ich, raffte ein paar der Vorräte zusammen und setzte meinen Weg fort.

Inzwischen war es dunkel geworden und die Luft war kühl, nur vom Sand unter meinen Stiefeln ging noch viel Wärme aus, sodass es zum ersten Mal erträglich war durch die sandigen Weiten zu stapfen. Das Bild aus meinem Traum im Kopf behaltend lief ich Richtung Norden los und hoffte inständig darauf, bald auf bewohntes Land zu treffen, um mir dort einen Weg nach Donnerfels zu erfragen.

Immer öfter sah ich auf meinem Weg alte Brandherde und felverseuchten Sand, stille Zeugen einer erbittlichen Schlacht, die hier vor kurzem getobt haben muss. Das ganze Bild ähnelte schon sehr stark dem, was wir am Gipfel der Ruhe gesehen haben.

Dem Fel ausweichend ging ich weiter und weiter nach Norden, immer wieder auf Hinweise einer Zivilisation stoßend, sodass ich überzeugt davon war, auf dem richtigen Weg zu sein. Der Mond war mittlerweile auf- und wieder untergegangen und die Sonne kroch langsam über die Dünen hinauf in den klaren Himmel, was für mich das sichere Zeichen war, möglichst bald auf besagte erhoffte Zivilisation zu stoßen, denn ich war mir sicher, dass ich einen weiteren derart kräftezehrenden Tag nicht unbedingt überstehen würde.

"Niuzao, gib mir die benötigte Kraft!" schickte ich noch ein Stoßgebet gen Himmel.



"Verzweiflung und Mut“


Ich weiß nicht, wie viel Zeit vergangen war, aber die Sonne neigte sich bereits wieder der Erde entgegen, war ich den ganzen Tag gelaufen, oder waren es mehrere Tage? So genau wusste ich es nicht mehr.

Mit schlurfenden Schritten erklomm ich Dünen und fiel auf der anderen Seite beinahe wieder herunter und so ging es schon seit Stunden, ich konnte nicht mehr, ich wollte nicht mehr. Warum musste ich in meinem Alter noch solche Strapazen durchleben?

Die Verzweiflung und der Wahnsinn nagten schon seit einer Weile an meinem Verstand und die Stimme der Vernunft konnte bald nicht mehr gegenhalten. Ich klammerte mich an den Gedanken, dass die kleine Eispfote mich noch braucht, dass Kalixa mich noch braucht, dass die anderen noch von meinen Abenteuern hören wollen und schüttelte wiederholt den Kopf.

Ich kniff die Augen zu, öffnete sie wieder, kniff sie zu und öffnete sie: Was ich da sah, konnte nicht sein: Eine Stadt flimmerte in der Entfernung, eine kleine Stadt mit scheinbar winzigen Häusern und Ameisen, die zwischen den Gebäuden fleißig umherliefen.
Verzweifelt wie ich war lief ich los, so schnell mich meine geplagten Füße tragen konnten und die Stadt vor mir verschwand nicht, ich kam ihr tatsächlich immer näher und begann auch Einzelheiten zu erkennen: große und kleine Gebäude, aber alle recht niedrig, eine Mauer, die die Stadt umgab, ein Hafen und sogar das Meer.

Mit letzter Kraft schlurfte ich bis zu den Toren dieser Stadt, wo meine Beine schlussendlich nachgaben und ich der Länge hin in den Sand fiel. Am Rande bekam ich noch mit, dass kleine grüne Kobolde aufschrien und kamen um mir zu helfen, dann wurde alles schwarz.
Diesmal schlief ich einen erschöpften und traumlosen Schlaf und als ich aufwachte fühlte ich mich deutlich erholter, als ich es die letzten Male gewesen bin. "Durst..." murmelte ich, woraufhin ein Goblin mir einen Becher mit Wasser reichte.

"Du hast uns ganz schön erschreckt, Pummelchen, kommst auf uns zu und klappst einfach um, hat dir denn keiner beigebracht, wie man durch ne Wüste marschiert? Wir haben sechs Leute gebraucht um dich hier ins Gasthaus zu schleppen, du solltest echt mal überlegen ein bisschen Sport zu treiben."

Der Goblin gackerte fröhlich und schenkte mir noch etwas Wasser nach. "Danke" krächzte ich "wo bin ich hier?" "Was, du weißt nicht einmal wo du bist, weißt du denn wenigstens noch deinen Namen? Wir sind hier in Gadgetzan am Rande der Tanariswüste." – "Gadgetzan, Tanariswüste...aha. Ist es weit bis...Donnerfels?"

Der Goblin kicherte wieder. "Schon ein wenig, mehrere Tagesmärsche. Aber Pummelchen, ich denke nicht, dass du es heil schaffst." Und dann erzählte mir der Goblin von einer absolut sicheren und explosionsfreien Schiffsverbindung bis nach Orgrimmar, die mich auch fast gar nichts, also nur ein wenig Gold kosten würde.

Von dort aus empfahl er mir, die Luftschiffverbindung zwischen Orgrimmar und Donnerfels zu nutzen, welche ebenfalls von überaus glaubwürdigen Goblins betrieben wurde. Ich erfuhr, dass das Schiff nach Orgrimmar am Folgetag abfahren würde und konnte mit dem Kapitän einen Handel eingehen.

Den restlichen Tag brachte ich damit zu, mich für die Gastfreundschaft der Goblins zu revanchieren und erzählte ihnen Geschichten über meine Abenteuer in Pandaria, außerdem nutzte ich die Zeit um mein Fell von dem Wüstensand zu befreien.

Dann begann eine unspektakuläre Reise mit Schiff und Luftschiff, auf der ich meine Kräfte wieder sammeln konnte und meine Rüstung überaus gründlich putzte und pflegte. Ich war froh, die Wüste überstanden zu haben und freute mich nun, die anderen in Donnerfels wiederzutreffen. Sicherlich waren sie schon längst dort und warteten auf mich.
Alle anderen Gedanken, wie zum Beispiel dass einige von ihnen das Schiffsunglück nicht überlebt haben könnten, verbot ich mir.

In Donnerfels aber wartete niemand auf Onkel Thao. Man erzählte ihm, dass vor Kurzem eine Reisegruppe mit einigen Pandaren, einem Elf und einer Troll sich gemeinsam mit einem Untoten auf den Weg Richtung Norden aufgemacht haben. Thaozae seufzte, fragte nach dem Weg und setzte seine Reise fort.


„Onkel Thao allein in Kalimdor“


Ich stand am Rande eines riesigen Grabens, der das Land teilte. Eine Schneise verbrannten und toten Landes, die nach links und rechts reichte so weit das Auge blicken konnte. Ich seufzte tief. "Bei den Erhabenen…was für ein schreckliches Geschöpf hat hier bloß Tod und Verwüstung hinterlassen?"

Ich war dem Weg gefolgt, den mir die Tauren beschrieben haben und endlich verstand ich auch deren Warnung, nun, jetzt war es wohl zu spät. Und der gepflasterte Weg endete nicht hier, er ging auf der anderen Seite des Grabens weiter, also gab es kein Problem, sondern lediglich eine weitere Herausforderung zu bewältigen.

Gedankenversunken kratze ich mich am Kopf und bereute, nicht doch die letzten paar Münzen, die mir nach dem Schiffsunglück und der Reise mit den Goblins noch geblieben waren, in einen Flug von Donnerfels zu diesem Wegekreuz investiert zu haben. Kaum war ich aus Mulgore heraus änderte sich die idyllische Landschaft zu einer eher kargen Steppe mit vereinzelten Oasen, an welchen die Natur selbst begann Eindringlinge zu vertreiben.
Mehr als kurz ausruhen und etwas trinken konnte ich dort nicht - und jetzt stand ich vor dieser Schlucht. Bei genauerem Hinsehen bemerkte ich sogar, dass der Boden vereinzelt noch feurig glimmte. War die…Bestie womöglich noch in der Nähe?

Aber andererseits deutete alles andere darauf hin, dass dieser Angriff oder was es war schon längere Zeit zurücklag, vielleicht sogar schon einige Jahre. Bei genauerer Betrachtung sah ich, dass viele der einst scharfen Zacken bereits von Klima und Wind erodierten und ihre scharfen Kanten gegen weichere Rundungen ausgetauscht hatten.
Ich drehte den Kopf noch einmal nach links und rechts, konnte aber beim besten Willen kein Ende erkennen und auch das Zukneifen der Augen half da wenig. Ein Plan musste her wenn ich nicht bis in die Nacht hier stehen bleiben wollte, also betrachtete ich die Schlucht unter mir, konnte ich da hinabklettern?

Ich konnte. Aber würde ich auf der anderen Seite auch wieder hinaufkommen? Ich suchte die gegenüberliegende Seite nach Aufstiegsmöglichkeiten ab und seufze auf. "Es wird schwer, aber mit Niuzaos Hilfe kann ich es schaffen." sprach ich zu mir selbst und begann den Abstieg.

Keuchend und schweißgebadet ließ ich mich auf den Weg fallen, rollte mich auf den Rücken und schickte einen kurzen Dank in den Himmel. "Danke, schwarzer Ochse." Die Felsen der Schlucht lagen hinter mir, aber das aufwendige Klettern hatte definitiv seinen Tribut von meinen alten Knochen gefordert. Da lag ich noch eine kurze Weile am Boden und wartete darauf, dass sich meine Atmung wieder normalisierte und ich mich wieder auf den Weg machen konnte.

Mithilfe meines Speers schließlich raffte ich mich auf und folgte weiter dem gepflasterten Weg, denn ich war davon überzeugt schließlich auf ein Dorf oder Städtchen zu treffen, solange ich diesem Weg folgte. So haben es die Tauren beschrieben.

Den Speer verwendete ich weiterhin als Laufstütze und passierte kleine Siedlungen von Wildschweinen auf zwei Beinen und kam an weiteren Oasen vorbei. Am Horizont erschien irgendwann ein dunkler Fleck, der je weiter ich lief immer größer wurde, bis ich einzelne Gebäude ausmachen konnte, die scheinbar von einer Mauer umgeben waren. Ein hohes Gebäude war auch darunter, von dem ich annahm, dass es ein Wachturm war.

Deshalb schnallte ich mir den Speer mit einem letzen Seufzer wieder auf den Rücken, ich wollte ja nicht wie ein angreifender Feind wirken. Inzwischen konnte ich sogar Bewegungen ausmachen auf diesem Wachturm, einige Zeltspitzen und Rauchfahnen erkennen, doch die Sicht auf das Städtchen selbst blieb mir wegen der Einzäunung verwehrt bis ist direkt davor stand. Grimmig dreinblickende Tauren bewachten das Städtchen, doch machten sie keine Anstalten mich aufhalten zu wollen.

Also setzte ich ein erschöpftes, aber ehrliches Lächeln auf und fragte die Wachen etwas in dem Orkisch, das ich früher schon von einem Freund lernte und bei der Reise mit den anderen weiter vertiefen konnte - oh, hoffentlich geht es ihnen allen gut und ich finde sie bald.

"Entschuldigung, wie weit ist es noch zum Wegekreuz? Und gibt es hier ein Gasthaus, in dem ich meine müden Knochen etwas ausruhen könnte?" Die beiden Tauren blicken erst zu mir, dann schauen sie sich stirnrunzelnd gegenseitig an - ob sie mich nicht verstanden haben? Puh…Doch dann lachte einer von ihnen.

"Du hast gefunden Wegekreuz, ist hier. Gasthaus direkt an Kreuz, du einfach Straße folgen bis kreuzt andere Straße." Ich dankte ihnen mit einer Verbeugung, lachte und ging zum Gasthaus. Überrascht stellte ich dort fest, dass man auf mich gewartet hatte, denn die kleine Arashi hat eine Nachricht für mich hinterlassen in der etwas von einer Veranstaltung der Tauren auf einer Mondlichtung stand.

Also fragte ich die Gastwirtin danach, welche erwiderte: "Du meinen Mu'sha Porah. Das gewesen gestern. Shu'halo dabei verehren Mutter Mond." Ich blickte sie erstaunt und etwas traurig an "Gestern? Hmmm…kannst du mir auf einer Karte zeigen wo wir sind und wo diese Mondlichtung ist?"

Die Gastwirtin nickte und deutete an eine Karte in der Nähe des Eingangs zum Wirtshaus, darauf abgebildet waren die drei Kontinente Kalimdor, wo ich mich scheinbar gerade aufhielt, Nordend und einen namens Östliche Königreiche.

Es wunderte mich nicht, dass meine Heimat nicht darauf verzeichnet war, denn so lange ist ihre Existenz den anderen Völkern ja noch gar nicht bekannt - ebenso wie ich mich nicht in deren Ländern auskenne, wissen sie kaum etwas über Pandaria.

Ich betrachtete ruhig die Karte, nachdem die nette Gastwirtin mir die gewünschten Orte zeigte, und überlegte was wohl das nächste Ziel der Reisegruppe sein würde. Von der Mondlichtung aus war es nicht allzu weit bis an die Küste, aber das Gebiet westlich davon war mit 'FEIND' gekennzeichnet, auf der anderen Seite lag Winterquell, eine trostlose Schneelandschaft wie ich erfuhr, und etwas südlich davon kam schon bald Orgrimmar.
Tief in Gedanken versunken schloss ich meine müden Augen und beschwor mir das Bild der kleinen Eispfote herauf.

Arashi stand an Deck des Schiffes und erzählte uns von ihren Plänen. Leidenschaftlich und von Zweifeln geplagt überlegte sie die nächsten Schritte für die Reisegruppe. Wieder einmal wirkt sie auf mich so, als hätte sie zu früh zu große Entscheidungen treffen müssen. Die Hinweise deuteten auf die Verheerten Inseln, aber die Gruppe war noch nicht stark genug…Verheerte Inseln…

Ich öffnete wieder meine Augen und verscheuchte die Erinnerungen an die lustige Truppe um die kleine Eispfote, denn ich verbat mir die negativen Gedanken und die Hoffnungslosigkeit, die aufzukeimen versuchten.

Außer der einen Nachricht, die ich hier in meinen Pfoten hielt, wusste ich immer noch nicht wie es ihnen allen ging und ohne zu wissen, wo sie nach diesem Ereignis der Tauren hinwollten, schien mir das Wiederfinden aller ziemlich aussichtslos. Doch ich schüttelte entschieden den Kopf und mit einem halbwegs vernünftigen Plan fragte ich die Gastwirtin schließlich, wie ich am besten zurück nach Orgrimmar kommen könnte.

Dieser Ort schien mir der beste zu sein um auf die anderen zu warten und sie schlussendlich wiederzufinden. Ich würde in der ganzen Stadt bekanntgeben, nach wem ich suchte und mich dann einfach von Arashi und den anderen finden lassen. In der Zwischenzeit können sich meine müden Knochen von den Strapazen erholen und ich mich für die bevorstehenden Abenteuer wieder rüsten.

Ein bisschen Gold ist noch übrig geblieben, sodass ich die verlorenen Reiseutensilien wieder anschaffen könnte.

So reiste ich auf einem Windreiter nach Orgrimmar und setzte meinen Plan in die Tat um. Inständig hoffte ich, dass die anderen bald auftauchen würden, ich wüsste sonst nicht, was ich tun sollte.
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